Kampfmittel-Räumdienst angefordert – Gelände weiträumig abgesperrt.

Wuppertal. Er suchte Pilze - und fand Granaten: Im Burgholz stieß ein 39 Jahre alter Mann am Samstag gegen 13 Uhr auf große Mengen Munition aus dem Zweiten Weltkrieg und informierte die Polizei. Konsequenz war eine Bergungsaktion, bei der das Waldstück nahe der Straße Vonkeln zur Sicherheit abgesperrt wurde.

Als klar war, dass es sich bei den Fundstücken tatsächlich um Granaten handelte, wurde neben dem Ordnungsdienst der Stadt auch der Kampfmittel-Räumdienst angefordert: Dessen Experten müssen selbst 64Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs immer wieder nach Wuppertal ausrücken, um Bomben und Munition sicher zu stellen: Zuletzt war das im Mai dieses Jahres der Fall, als in Vohwinkel Stadtwerke-Mitarbeiter bei Erdarbeiten auf eine amerikanische Fliegerbombe stießen, die unschädlich gemacht werden musste (die WZ berichtete).

Waffen stammen aus deutschen Beständen

Nicht minder brisant war am Samstag der Einsatz im Burgholz: Nach Angaben der Polizei wurden dort insgesamt 32Spreng- und Mörsergranaten sichergestellt und abtransportiert. Sie stammen nach erster Information aus deutschen Beständen, die im Wald zurückgelassen wurden.

Während der städtische Ordnungsdienst und die Polizei das Gelände absicherten, um dem Kampfmittelräumdienst freie Hand zu lassen, bestand laut Einsatzbericht keine Gefahr für Anwohner und Spaziergänger. Ob dem Granaten-Fund von Samstag in dieser Woche noch weitere Untersuchungen des Waldgeländes folgen, blieb gestern noch offen. Verletzte gab es bei dem Zwischenfall nicht.

Grundsätzlich sind bei Funden dieser Art sofort die Behörden zu verständigen, damit der Kampfmittelräumdienst angefordert werden kann. Angesiedelt ist der für Wuppertal zuständige Dienst bei der Bezirksregierung in Düsseldorf.

Korrosion macht Fundstücke aus
Weltkriegen noch gefährlicher

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Allein im Jahr 2007 wurden nach Angaben des NRW-Innenministeriums landesweit insgesamt

116550 Weltkriegs-Granaten gefunden. Zur Beseitigung solcher Waffen - Korrosion macht sie unter Umständen noch gefährlicher als ohnehin schon - betreibt das Land zwei Zerlegungsbetriebe.

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