In der ehemaligen Textilfabrik Bünger will Jörn Lutat die Level-Schule gründen. Im Sommer 2016 will er den Lehrbetrieb aufnehmen.

Lehrer Jörn Lutat will im Gebäude der ehemaligen Textilfabrik Bünger eine Privatschule eröffnen.
Lehrer Jörn Lutat will im Gebäude der ehemaligen Textilfabrik Bünger eine Privatschule eröffnen.

Lehrer Jörn Lutat will im Gebäude der ehemaligen Textilfabrik Bünger eine Privatschule eröffnen.

Andreas Fischer

Lehrer Jörn Lutat will im Gebäude der ehemaligen Textilfabrik Bünger eine Privatschule eröffnen.

Wuppertal. Jörn Lutat möchte eine Privatschule in Oberbarmen gründen. In der ehemaligen Textilfabrik Bünger an der Wichlinghauser Straße soll die „Level-Schule“ bereits nach den Sommerferien 2016 mit einer fünften und einer elften Klasse starten. „Das Genehmigungsverfahren läuft und es sieht gut aus“, sagt der Physiker, der seit vielen Jahren an einem Berufskolleg unterrichtet. 90 Prozent der Kosten soll der Staat tragen. Auf die Eltern sollen, so Lutats Plan, nur Kosten von höchstens 120 Euro im Monat zukommen.

Die Schüler sollen in dieser neuen Schule sehr selbstständig arbeiten. Statt aus Angst vor schlechten Noten sollen sie aus Spaß lernen. „Das Lernen muss sowohl inhaltlich als auch methodisch individualisiert sein. Moderne Informationstechnologien in Kombination mit entsprechend motivierten Pädagogen können viel bewirken“, lautet das Konzept, das Lutat mit einer kleinen Gruppe erfahrener Lehrer erarbeitet hat.

So soll nur ein Viertel des Unterrichts im klassischen Stil stattfinden. Rund 30 Prozent der Zeit sollen die Schüler mit „kontrolliertem individuellem Lernen“ unter Aufsicht eines Lehrers oder Externen verbringen. Weitere 20 Prozent sollen sich die Schüler gegenseitig Dinge beibringen und 25 Prozent der Zeit arbeiten sie an konkreten Projekten.

Kleinteilige Abschlussarbeiten sollen den Lernerfolg kontrollieren und können beliebig oft wiederholt werden. „Am Schluss machen die Schüler dann die ganz normalen Prüfungen, etwa Zentralabitur“, sagt Lutat. Aber jeder kann in seinem eigenen Tempo lernen und das Abitur mit 16 Jahren genauso ablegen wie mit 20 Jahren. Ein Sitzenbleiben gibt es nicht.

„Wir wollen keine Fabrik für Eliteschüler werden.“

Jörn Lutat, Gründer der Level-Schule

Am Donnerstag, 29. Oktober, findet in der Färberei, Peter-Hansen-Platz, ein Informationsabend zur Level-Schule statt. Er beginnt um 19 Uhr.

Viele Praktika sollen die Schüler früh ans Berufsleben heranführen. Neben hauptamtlichen Lehrern hat Lutat schon einige Lehrer gefunden, die stundenweise nebenberuflich an der Level-Schule unterrichten wollen. So möchte er später die Abitur-Stufe mit drei festgelegten Lern-Paketen im technischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich anbieten. Unterrichtet wird im Ganztag ohne Hausaufgaben. „Die elfte Klasse richtet sich besonders an Realschüler, die Abitur machen wollen“, erklärt Lutat, warum er gerade mit einer fünften und elften beginnt. Anschließend sollen die Jahrgänge nach und nach aufgebaut werden. Im ersten Schritt werden die Schüler im bisherigen Verwaltungsgebäude der Bünger-Fabrik unterrichtet, während die Fabrik selbst umgebaut wird. Danach sollen die Räume mit Wachsen der Schule ausgeweitet werden.

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