Professor für Atmosphärenchemie erläutert die Gefahren der Luftverschmutzung.

Prof. Peter Wiesen machte „dicke Luft“ zu einem spannenden Thema im Rahmen der Reihe UniTal.
Prof. Peter Wiesen machte „dicke Luft“ zu einem spannenden Thema im Rahmen der Reihe UniTal.

Prof. Peter Wiesen machte „dicke Luft“ zu einem spannenden Thema im Rahmen der Reihe UniTal.

Thema und Ziel der morgigen Wanderung ist die Stauden-Gärtnerei Arends-Maubach.

Mathias Kehren, Bild 1 von 2

Prof. Peter Wiesen machte „dicke Luft“ zu einem spannenden Thema im Rahmen der Reihe UniTal.

Wuppertal. Seinen ersten Atemzug tat Peter Wiesen 1957 in der Wuppertaler Landesfrauenklinik. Der Stadt und der Wuppertaler Luft ist er Zeit seines Lebens treu geblieben – als Schüler, als Student, als wissenschaftlicher Mitarbeiter und schließlich als Professor für Atmosphärenchemie an der Bergischen Universität.

„Die Luft ist unser wichtigstes Nahrungsmittel“, eröffnete Professor Peter Wiesen, der Forschungen zur Luftqualität auch in der Heimatstadt betreibt, seinen Vortrag in der Reihe UniTal.

Beeindruckende Bilder zeigte er zum Beispiel aus den „dunklen Tagen“ der 1950er Jahre in London. Vom 5. bis 9. Dezember 1952 konnten die Kinobesucher in der Millionenmetropole wegen der „dicken Luft“ die Leinwand nicht mehr erkennen. „Man spricht von dem klassischen Smog, wie er in den Nachkriegsjahren auch im Ruhrgebiet aufgetreten ist. 1961 hat Willy Brandt in der Bonner Beethovenhalle gefordert: Der Himmel über dem Ruhrgebiet muss wieder blau werden“, erinnerte Wiesen an die Zeiten, als der Wunsch nach einer besseren Luft ins Bewusstsein rückte.

Phototechnischer Smog ist die aktuelle Herausforderung

Im Kampf gegen den klassischen Smog, der von Ruß, Schwefeldioxid und Feinstaub bei einer Inversionswetterlage erzeugt wird, habe es Erfolge gegeben. Nicht dadurch, dass man höhere Schornsteine baue und so das Problem verlagere, sondern durch umweltfreundlichere Heizungen, Rauchgasentschwefelung, Katalysatoren, schwefelarmen Dieseltreibstoff oder weniger Benzol im Benzin. „Das Zauberwort heißt Steuern, beziehungsweise Androhung von Steuern“, erklärte Wiesen den Antrieb. Die aktuelle Herausforderung und globale Bedrohung heiße photochemischer Smog, der bei sonnigem Wetter auftritt und aus Stickstoffoxiden und Kohlenwasserstoffen in Verbindung mit der UV-Strahlung der Sonne entsteht.

Die Einrichtung von Umweltzonen nannte er als nur einen Schritt, um die Masse gesundheitsgefährdender ultrafeiner Partikel und den Anteil der Stickoxide zu senken. „Das Stickstoffdioxid geht in den Umweltzonen leider nicht zurück“, sagte Wiesen, der bedauert, dass die Politik 2008 die Abwrackprämie nicht mit dem Stickstoffdioxid-Problem gekoppelt habe, um – siehe Steuern – technische Entwicklungen zu erzwingen.

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