Die Partei „Die PARTEI“ geht mit Björn „Hose“ Werner ins Rennen um das Spitzenamt im Wuppertaler Rathaus.

Björn „Hose“ Werner tritt für „Die PARTEI“ an.
Björn „Hose“ Werner tritt für „Die PARTEI“ an.

Björn „Hose“ Werner tritt für „Die PARTEI“ an.

Andreas Fischer

Björn „Hose“ Werner tritt für „Die PARTEI“ an.

Wuppertal. Der Spaß ist ernst. Zumindest für Björn Werner. Der von Freunden „Hose“ genannte Werkzeugmechaniker geht als Spitzenkandidat der Partei „Die PARTEI“ ins Rennen um den Posten des Oberbürgermeisters in Wuppertal. Als Konkurrenten stehen bereits Amtsträger Peter Jung und Andreas Mucke von der SPD fest. Mucke muss von seiner Partei noch nominiert werden, aber daran bestehen keine Zweifel.

Der politisch noch unerfahrene Werner bekommt es mithin mit echten Politprofis zu tun. Aber ganz nach der Grundhaltung seiner Partei geht er mit dieser Herausforderung respektlos und satirisch um. „Ich will Oberbürgermeister werden, damit es den Bürgern dieser Stadt wieder besser geht“, sagt der 24 Jahre alte Kandidat. Dass es den Wuppertalern schlecht gehe, sehe er an „den vielen traurigen Gesichtern in dieser Stadt, besonders in Barmen“.

Revolutionäre Pläne mit Barmen und dem Berliner Platz

Mit diesem Stadtteil Wuppertals plant die PARTEI in ihrem Programm Revolutionäres: Zunächst will Werner „wie Moses das Meer“ die B 7 teilen und den Weg ebnen von Barmen bis Vohwinkel. Langfristig soll der Berliner Platz in Barmen ein Atommüllendlager werden. Dadurch ist der Stadtteil für den großen Rest von Wuppertal nicht mehr zumutbar. Deshalb sei letztlich „eine Mauer um Barmen das Ziel“, sagt Björn „Hose“ Werner.

Die PARTEI ist in Wuppertal zuletzt zur Europawahl im vergangenen Jahr angetreten und hat dabei in Wuppertal immerhin rund 1000 Stimmen eingeheimst, wie Kreisvorstand Christian Deimel erklärt. Das Herz der Wählerschaft schlägt demnach auf dem Ölberg.

Das Kernziel der Partei bleibt: Inhalte überwinden

Für Werner ist der Achtungserfolg seiner Partei im vergangenen Jahr Ansporn und Herausforderung zugleich. Um sein großes Ziel, den Posten des Oberbürgermeisters, zu erreichen, schreckt die Partei vor Kooperationen nicht zurück. „Wir nehmen jede ähnlich korrupte Partei als Steigbügelhalter – außer den Grünen, der AfD und der NPD“, sagt der Spitzenkandidat. Bei der FDP sei er sich noch nicht sicher, ob es sie im September überhaupt noch gebe.

„Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“ (kurz Die Partei) wurde 2004 von Redakteuren des Satiremagazins Titanic gegründet. Martin Sonneborn ist bei der Europawahl 2014 als Spitzenkandidat für „Die PARTEI“ ins Europäische Parlament gewählt. Uwe Becker ist Ehrenvorsitzender des Kreisvorstandes der Partei und einer der Köpfe hinter dem Wuppertaler Satire-Magazin „Italien“.

Bis zum Wahltag plant die PARTEI 100 Veranstaltungen mit Werner. „Nur am Wochenende gibt es keine, da muss unser Kandidat Fußball gucken“, sagt Kreisvorstand Deimel. Für den Fall, dass er gewählt wird, hat Werner sich bereits weitere langfristige Ziele gesetzt. „Wir wollen, dass Wuppertal, unsere Stadt, frischer und jünger wird, ein frischer Wind muss wehen. Und bei uns ist jung mehr als nur ein Nachname.“ Darüber hinaus bleibe „Inhalte überwinden“ ein Kernziel der Partei „Die PARTEI“.

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