Zunächst wird das Altgerüst an den Stationen Werther Brücke, Völklinger Straße und Landgericht mit Stahlbauteilen verstärkt.

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Im Altgerüst an der Werther Brücke wurden gestern die ersten Bauteile ausgetauscht – nach gut 100 Jahren sind sie verschlissen.

Im Altgerüst an der Werther Brücke wurden gestern die ersten Bauteile ausgetauscht – nach gut 100 Jahren sind sie verschlissen.

Andreas Fischer

Im Altgerüst an der Werther Brücke wurden gestern die ersten Bauteile ausgetauscht – nach gut 100 Jahren sind sie verschlissen.

Wuppertal. Die Schwebebahn ist ab sofort wieder eine Baustelle: Während ein paar Meter weiter die Ersatzbusse über die B 7 rollen, werden in den nächsten Tagen in luftiger Höhe die ersten alten Gerüstabschnitte des Wuppertaler Wahrzeichens mit neuen Verstrebungen versehen: Den Anfang macht der Bereich Werther Brücke, gefolgt vom Abschnitt Völklinger Straße und Landgericht.

Gut 1000 neue Stahlwinkel und etliche Spezial-Bohrungen

Alleine in den ersten Tagen werden etwa 1000 neue Winkel montiert, und bis Mitte April 2010 sind bei den Gerüstarbeiten etliche tausend Spezial-Bohrungen erforderlich, um die trichterförmigen Bolzen passgenau einzusetzen. Mit einer konventionellen Verschraubung sei das nicht zu vergleichen, erklärt Michael Krietemeyer von den Wuppertaler Stadtwerken im Gespräch mit der WZ. "Deswegen ist es uns wichtig, dass wir auch auf Mitarbeiter externer Firmen zurückgreifen können, die bereits Erfahrung mit dem Gerüst der Schwebebahn haben."

Im ersten Arbeitsschritt wird gesägt und entnietet

Bevor ein neues Bauteil eingesetzt wird, muss zunächst die alte Niet-Verbindung komplett entfernt werden: Dazu wird der darüber liegende runde Stahlkopf abgesägt und der frei liegende Niet ausgeschlagen. Dem folgt die neue Stab-Verbindung mit konischer Bohrung für den Bolzen.

Zum Einsatz kommen unter anderem mobile Arbeitsbühnen, die ins Gerüst gehängt und speziell abgesichert werden. Unterbrochen werden die Arbeiten lediglich zu Weihnachten, bevor es auch "zwischen den Jahren" mit der Operation Schwebebahn weitergeht. Voraussichtlich ab Mitte Januar soll dann in mehreren Gerüst-Abschnitten gleichzeitig gearbeitet werden - mit vorgefertigten Bauteilen für die Verstrebungen. Beteiligt sind auch die Schwebebahn-Werkstatt in Vohwinkel und die Werkstatt an der WSW-Hauptverwaltung.

Bis zu zwei Millionen Euro kosten die Verstärkungsarbeiten am Gerüst der Schwebebahn. Sie sollen bis Mitte April 2010 erledigt sein, bevor es im Sommer dann an den Umbau im Bereich der Stütze 100 in Sonnborn geht. Die WSW gehen nicht davon aus, dass die kurzfristigen Reparaturen den Zeitplan des Rest-Umbaus bis 2014 behindern.

Nach Angaben der WSW sind die aktuellen Reparaturen eine Vorsichtsmaßnahme, um Risse oder Brüche im Gerüst bei starker Belastung auszuschließen: Stellenweise ist der Stahl mehr als 100 Jahre alt und entsprechend unberechenbar. Ursprünglich sollte der Umbau längst beendet sein - es gab allerdings diverse Zwangspausen.

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