In Kürze sind aktuelle Messdaten des Wupperverbandes im Internet abrufbar. Das soll im Ernstfall helfen, schnelle Hilfe auf den Weg zu bringen - und Schäden vermeiden.

Während Talsperren den Wasserstand der Wupper regulieren, droht die höchste Hochwasser-Gefahr in Zukunft an Bächen mit verstopften Durchläufen nach starkem Regen (Foto rechts oben und links unten).
Während Talsperren den Wasserstand der Wupper regulieren, droht die höchste Hochwasser-Gefahr in Zukunft an Bächen mit verstopften Durchläufen nach starkem Regen (Foto rechts oben und links unten).

Während Talsperren den Wasserstand der Wupper regulieren, droht die höchste Hochwasser-Gefahr in Zukunft an Bächen mit verstopften Durchläufen nach starkem Regen (Foto rechts oben und links unten).

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Während Talsperren den Wasserstand der Wupper regulieren, droht die höchste Hochwasser-Gefahr in Zukunft an Bächen mit verstopften Durchläufen nach starkem Regen (Foto rechts oben und links unten).

Wuppertal. Wie unberechenbar und gravierend lokale Hochwasser sein können, hat sich im Sommer 2008 erneut gezeigt: Innerhalb kürzester Zeit liefen nach extremen Niederschlägen massive Schäden an Bächen und Straßen auf. Bei Vorwarnzeiten von knapp 30 Minuten in Mittelgebirgslagen steht und fällt der Hochwasserschutz im Wuppergebiet einerseits mit der Koordinierung von Einsatzkräften und andererseits mit Warnhinweisen an Betroffene. Dabei soll das Internet helfen.

In vier bis sechs Wochen will der Wupperverband maßgebliche und aktuellen Pegel-Stände seiner Mess-Stellen online abrufbar machen. Das erklärte Verbandsvorstand Bernd Wille gestern im Rahmen eines Pressegesprächs. Ein Ziel ist die Schadensbegrenzung, ein anderes sind möglichst schnelle Einsätze, sollte an einem Bach zum Beispiel ein Durchlauf durch Treibgut verstopft sein und sich in Minutenschnelle Hochwasser anstauen.

Klar müsse aber auch sein, dass man Kanäle, Bachläufe oder Regenbecken niemals in der Form technisch aufrüsten könne, dass in Zukunft grundsätzlich keine Gefahr durch Überflutungen droht. Zur Online-Überwachung gehört zum Beispiel auch die Kontrolle von Bach-Rechen und Rohren per Webcam: Auf die Kamerabilder aus dem Internet haben Mitarbeiter des Wupperverbandes Zugriff - und können im Ernstfall auch sehen, wo Einsatzkräfte anrücken müssen.

Neben dem Verband selbst sind auch zuständige Behörden, Feuerwehren und Städte Teil der Meldekette. Wie berichtet, hat der Wupperverband im Herbst 2008 ein Hochwasserschutzkonzept vorgestellt, bei dem das so genannte Sensor-Web ebenfalls eine Rolle spielt. Ab März sollen zunächst einmal die wichtigsten Pegelstände online abrufbar gemacht werden. Sie werden - je nach Priorität - im Stunden- und Minutentakt aktualisiert. Vorgesehen ist, "das System kontinuierlich zu erweitern" - zum Beispiel in Form aktueller Niederschlagsdaten.

Die Sensor-Web wiederum ist Grundlage des Flussgebiets-Geoinformationssystems beim Wupperverband (kurz: FluGGS). Dort sind bereits eine Vielzahl von Daten rund um das Wuppergebiet online einzusehen (siehe Info-Kasten rechts) - weit über den Hochwasserschutz hinaus.

Das Flussgebiets-Geoinformationssystem (FluGGS) des Wupperverbandes gehört zu den 365 ausgewählten Orten im "Land der Ideen" - einer Aktion, die gemeinsam von der gleichnamigen Standort-Initiative und der Deutschen Bank organisiert wird. Bundesweit haben sich insgesamt 2071 Projekte, Initiativen, Einrichtungen und Unternehmen beworben. Offiziell wird der Preis am 17. Juni verliehen - hier "für innovative Nachhaltigkeit im Umwelt- und Flussgebietsmanagement."

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