Das Projekt hebt den Gegensatz von stationärem und Online-Handel auf.

Einzelhandel
In der Rathaus-Galerie sollen zunächst 500, später dann 1300 Quadratmeter für die Ladenlokale der Online-City Wuppertal angemietet werden.

In der Rathaus-Galerie sollen zunächst 500, später dann 1300 Quadratmeter für die Ladenlokale der Online-City Wuppertal angemietet werden.

Andreas Fischer

In der Rathaus-Galerie sollen zunächst 500, später dann 1300 Quadratmeter für die Ladenlokale der Online-City Wuppertal angemietet werden.

Wuppertal. Neue Händler in die Stadt holen, Online-Händler dazu animieren, auch ein stationäres Geschäft zu eröffnen, und stationäre Händler in die Lage versetzen, auch den Online-Handel zu forcieren. Das sind die Ziele des von der Wirtschaftsförderung betreuten Projekts Online City, bei dem die WZ Medienpartner ist. Jetzt gibt es erste Erfolgsmeldungen dazu.

Denn die Verhandlungen mit der Rathaus-Galerie laufen. Dort will die Wirtschaftsförderung später möglichst rund 1300 Quadratmeter anmieten, um den scheinbaren Gegensatz zwischen stationärem Handel und Online-Handel aufzuheben.

Zunächst aber müssen genügend Händler Interesse anmelden, um die kritische Masse von vorerst 500 Quadratmetern sicherzustellen.

Ein Knackpunkt: Die Verfügbarkeit der Ware. Was bis 15 Uhr geordert ist, soll bis 20 Uhr innerhalb der Stadt nach Hause geliefert werden können. Wer ein Hemd in Größe 42 möchte, soll nach 15 Minuten Recherche des Verkäufers nicht mehr die Antwort erhalten, dass dieses Hemd gerade nicht im Geschäft vorrätig ist. Diesem Kunden wird stattdessen angeboten, es nach Hause geschickt zu bekommen. Und die Verkäufer prüfen das alles auf dem Tablet. Umgekehrt ist es so, dass Online-Besteller die Ware auch an einer Theke in der Rathaus-Galerie selbst abholen können.

Wuppertal ist der Trendsetter

Innovationsberater und Projektpartner Andreas Haderlein attestiert Wuppertal, mit diesem Projekt bundesweit Trendsetter zu sein. Die schnelle Verfügbarkeit könne ein Plus auch gegenüber Amazon darstellen. Mit Atalanda als Partner steht zudem ein Online-Marktplatz bereit, der über lokale Zulieferdienste auch die Belieferung der Kunden sicherstellen möchte.

Die Händler sahen bei einer Info-Veranstaltung zur Online City, dass es diese Chance wohl kein zweites Mal geben wird. Die Herausforderung besteht jedoch in der Technik. Denn viele Händler sind in der Online-Vermarktung nicht geschult. Auch das berücksichtigt das Projekt und bietet deshalb entsprechende Schulungen an – und zwar online wie vor Ort.
 

Online City ist offizielles Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundes und wird über zwei Jahre mit zusammen 115 000 Euro gefördert. Eine Hälfte kommt vom Bund, die andere von lokalen Projektpartnern. Beteiligt sind Wirtschaftsförderung, Einzelhandelsverband, IG 1, Jobcenter, Sparkasse sowie Credit- und Volksbank.
 

Jörg Heynkes von der Villa Media zeigt sich von dem Projekt begeistert: 80 Prozent seiner Einkäufe erledige er online. Rund 90 Prozent davon würde er gerne in Wuppertal erledigen. „Stellt mir die Plattform zur Verfügung“, sagte er.

Deshalb soll der Wuppertaler Online-City-Shop möglichst viele Artikel beinhalten, angereichert mit Produkten, die den lokalen Geist spiegeln.

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