Silvio Geßner wohnt in Velbert, arbeitet in Wuppertal – und ist in beiden Städten glücklich.

Silvio Geßner wohnt in Velbert, arbeitet in Wuppertal – und ist in beiden Städten glücklich.
Silvio Geßner ist Lehrer an der Else-Lasker-Schüler-Gesamtschule. Archiv

Silvio Geßner ist Lehrer an der Else-Lasker-Schüler-Gesamtschule. Archiv

Silvio Geßner ist Lehrer an der Else-Lasker-Schüler-Gesamtschule. Archiv

Andreas Fischer, Bild 1 von 2

Silvio Geßner ist Lehrer an der Else-Lasker-Schüler-Gesamtschule. Archiv

Jeden Morgen nehme ich es selbst in die Hand, was ich aus meinem Tag mache. Und dennoch habe ich Glück. Glück dort aufzuwachen, wo ich am liebsten bin. Ich habe Glück, als das zu arbeiten, was ich mir ausgesucht habe. Ich habe Glück, diesen Menschen zu lieben, dem ich mein Herz schenkte. Ich habe Glück. Ich habe es aber auch selbst in die Hand genommen. Ist es dann immer noch Glück?

Sprechen wir lieber über das, was wir alle sein wollen: glücklich! Neben der eigenen Familie und Gesundheit will man damit glücklich sein, was einen im Leben begleitet, den Wohlstand sichert und im besten Fall viel Freude bereiten soll. Ich habe dieses Glück in Wuppertal gefunden. Täglich darf ich in die Augen von Jugendlichen blicken – hier darf ich helfen, arbeiten und ihnen die Welt erklären. Aber das wiederum kann Glück in die Welt bringen, wenn diese Menschen eines Tages die Welt verändern und mündige Bürger sind. Sicherlich kann ich nicht nur in Wuppertal glücklich sein, auch in der Zone war man glücklich - man kannte ja nichts anderes. Voller Tatendrang eroberten meine Eltern, mein Bruder und ich Westdeutschland. Zunächst auf gestapelten Paletten in einer Gevelsberger Firma, die uns trotz des 1989 herrschenden Wohnungsmangels eine Obhut gab, und anschließend auf grüner Wiese mit 80 Quadratmetern westdeutscher Freiheit. Als achtjähriges Kind spürte man diese Freiheit, dieses Glück der frischen Luft im Geiste. Alles war anderes. Im Unterricht durfte man aufstehen und aufs Klo gehen. Man durfte einfach sprechen, ohne samstags nachsitzen zu müssen.

Glücklich geht mein Leben zu neige, wenn ich mit meinen 37 Jahren da stagnieren würde, wo ich gerade stehe. Glücklich kann das Leben aber auch in Wuppertal weitergehen. Stellen wir uns als Bürger die Frage: Was kann ich für Wuppertal tun, um glücklicher zu werden? Jeder nimmt sein Glück selbst in die Hand! Geben wir alle etwas ab. Geben wir mehr ab, als wir bekommen sollen! Und doch bekommen wir am Ende mehr - wenn wir Glück haben und alle etwas abgeben.

Wenn Glück nur ein Gefühl ist, müsste es doch ein Leichtes sein, glücklich zu werden. Ja, es sind – so wie manche Oma es sagt – die kleinen Dinge des Lebens, die glücklich machen. Vergegenwärtigt man sich das, dann bleibt der Porsche in der Garage, das Boot im Hafen und der Verstand im Herzen. Was für ein Glück.

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