Mehr Nachhaltigkeit vor Ort ist das Ziel, an dem Schulen aus dem Städtedreieck zusammenarbeiten.

Mehr Nachhaltigkeit vor Ort ist das Ziel, an dem Schulen aus dem Städtedreieck zusammenarbeiten.
Bürgermeisterin Bettina Brücher und Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach diskutierten.

Bürgermeisterin Bettina Brücher und Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach diskutierten.

Stefan Fries

Bürgermeisterin Bettina Brücher und Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach diskutierten.

„Wenn die da oben wüssten, was wir denken, würde vieles anders laufen.“ Das Zitat stammt von einer 14 Jahre alten Schülerin, die am Projekt Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Bergischen Städtedreieck teilnimmt. Zehn Schulen aus Wuppertal, Solingen und Remscheid haben sich zusammen mit ihren Schülern für Themenschwerpunkte aus dem Bereich Nachhaltigkeit entschieden, die sie in den kommenden zwei Jahren als Projektarbeiten erkunden werden.

Ergebnisse sollen Stadtentwicklung vorantreiben

Der Klassenraum stellt dabei keine Grenze dar, erklärt Projektkoordinatorin Liesbeth Bakker: Am Ende sollen konkrete Ergebnisse in einer Konferenz mit allen teilnehmenden Schule präsentiert werden. Und die Zusammenarbeit zwischen Schülerschaft, Stadtverwaltungen und lokalen Organisationen gesucht werden. Das Ziel: Eine nachhaltige Stadtentwicklung mit den Ideen von Schülern vorantreiben.

Kein Zufall also, dass zu der Auftaktveranstaltung in der Station Natur und Umwelt an der Jägerhofstraße politische Entscheider der drei Städte eingeladen wurden. In einer kurzen Fragerunde wurden sie unter anderem mit dem Zitat der 14-Jährigen Schülerin konfrontiert. Die Frage: Wie sieht es aus mit der Einbeziehung von Jugendlichen? Der Dialog mit der Jugend müsse auch über die Schulen noch ausgebaut werden, so die Wuppertaler Bürgermeisterin Bettina Brücher (Grüne). Es gebe zwar den Stadtjugendrat, aber beispielsweise bei der hohen Bürgerbeteiligung zum Radverkehrskonzept sei leider „wenig Schülerbeteiligung“ sichtbar gewesen. „Das hätte man vorher anders organisieren können“, so Brücher. Zum Thema Fördermittel für nachhaltige Projekte wie etwa aus dem Bereich der Mobilität fand der Solinger Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) deutliche Worte: Aus der Sicht der EU oder des Bundes sei die Region ein „Fliegendreck“. Umso wichtiger sei es, sich weiter zusammenzuschließen. Dem stimmte auch der Remscheider Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) zu.

Lehrer der Schulen, die am Projekt teilnehmen, möchten sich zum Thema Nachhaltigkeit als Thema im Unterricht weiter austauschen. Die Gesamtschule Langerfeld hat dabei einen Vorsprung. Dort können sich Schüler beispielsweise ab der achten Klasse das Fach Nachhaltigkeit aussuchen. Warum sollte ich zehn Euro mehr für meine Jeans ausgeben, wenn ich Kindern anderer Länder nicht schaden möchte? ist eine Frage, die dort etwa behandelt wird. „Das Projekt nehmen wir als weiteren Impuls für unsere Schule“, sagt Schulleiter Claus Baermann. Für das Thema „Eine Welt“ haben sich die Schüler der Johannes-Rau-Förderschule entscheiden. Welche Aspekte des vielfältigen Themas in den folgenden zwei Jahren wie angegangen werden sollen, werde ebenfalls noch zusammen mit den Schülern erarbeitet, erklärt Schulleiterin Olivia Püttmann. „Die Schüler müssen selber einen Weg finden“, sagt sie. Der Bereich fairer Handel könne etwa am Beispiel des Schüler-Cafés behandelt werden. Auch Maik Engel, Lehrer für Erdkunde und Sozialwissenschaften am Carl-Duisberg-Gymnasium möchte das Steuer seinen Schülern überlassen. Das Thema ist dort Ernährung und Konsum.

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