Kontroverse Themen bestimmten den Wuppertaler Ökumenetag.

Katholiken und Protestanten brechen auf dem Laurentiusplatz gemeinsam das Brot – das Abendmahl dürfen sie nicht teilen.
Katholiken und Protestanten brechen auf dem Laurentiusplatz gemeinsam das Brot – das Abendmahl dürfen sie nicht teilen.

Katholiken und Protestanten brechen auf dem Laurentiusplatz gemeinsam das Brot – das Abendmahl dürfen sie nicht teilen.

Uwe Schinkel

Katholiken und Protestanten brechen auf dem Laurentiusplatz gemeinsam das Brot – das Abendmahl dürfen sie nicht teilen.

Wuppertal. "Hoffnungszeichen" war das Motto, unter dem am gestrigen Pfingstmontag der Wuppertaler Ökumenetag gefeiert wurde.

Auf dem Laurentiusplatz versammelten sich gestern Mittag Interessierte und Gemeindemitglieder (alt)katholischer, evangelischer, apostolischer und anderer christlicher Glaubensgemeinschaften. Wie gemeinsam für einen lebendigen Glauben eingestanden und neue Felder der Zusammenarbeit erschlossen werden können, waren Themen des durch gemeinsames Gebet, Musik und Gespräche geprägten Glaubensfests.

Anja Schulte (35), Mitglied der katholischen St. Laurentius Gemeinde, sprach die Meinung vieler Teilnehmenden aus: "An der Basis, in den Gemeinden, funktioniert die Ökumene sehr gut". Für die 66-jährige Waltraut Gertz aus der katholischen Gemeinde St. Hedwig ist sie ein "Ding des Alltags" und die ebenfalls katholische Rose-Marie Wiederholt (66) spielt Kirchenmusik nicht in "ihrer" Marienkirche sondern einer evangelischen Gemeinde.

Die Ökumene sei angesichts oft kleiner werdenden Gemeinden und den damit schwindenden Ressourcen für die Kirchenarbeit notwendig, meint der pensionierte evangelische Pfarrer Eberhard Batz (71), Gemeindeglied in Barmen-Gemarke. Dass die katholische Kirche die Zusammenarbeit vor Ort "blockieren" würde, indem sie gestern einen gemeinsamen Gottesdienst ablehnte, war jedoch ebenfalls von ihm zu hören.

Themen, die auf dem Kirchentag in München Mitte Mai kontrovers diskutiert wurden, sorgten auch in Wuppertal für Gesprächstoff. Als "unnatürlich" bezeichnete Rosemarie Ersch (79), Mitglied der evangelischen Christusgemeinde, den Zölibat. Auf Basis der Bibel sei er nicht begründbar sagte die katholische Sabine Beyer (43) aus der St. Joseph Gemeinde in Ronsdorf und der ebenfalls katholische Erwin Wiederholt (76), bezeichnete ihn als "Kirchenrecht, das geändert werden könnte" und sprach damit vielen Teilnehmenden aus der Seele.

Kontrovers diskutierten die Christen auch das aus Sicht der katholischen Kirche nicht mögliche gemeinsame Abendmahl. Eine ökumenische Vesper musste ersetzen, was sich viele Wuppertaler Gläubige wünschen.

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