Der Landtag diskutiert derzeit kürzere Öffnungszeiten für den Einzelhandel. Die WZ hat sich bei Geschäftsleuten in Wuppertal umgehört.

änderung
Bei Akzenta in Barmen etwa kann man montags bis samstags auch nach 20 Uhr noch Lebensmittel einkaufen. Der NRW-Landtag könnte mit einer Gesetzesänderung dafür sorgen, dass das nicht mehr möglich ist.

Bei Akzenta in Barmen etwa kann man montags bis samstags auch nach 20 Uhr noch Lebensmittel einkaufen. Der NRW-Landtag könnte mit einer Gesetzesänderung dafür sorgen, dass das nicht mehr möglich ist.

Uwe Schinkel

Bei Akzenta in Barmen etwa kann man montags bis samstags auch nach 20 Uhr noch Lebensmittel einkaufen. Der NRW-Landtag könnte mit einer Gesetzesänderung dafür sorgen, dass das nicht mehr möglich ist.

Wuppertal. Der Düsseldorfer Landtag diskutiert derzeit das Ladenöffnungsgesetz. Dabei geht es auch darum, die Öffnungszeiten wieder zu verkürzen und die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage einzuschränken oder diese sogar ganz abzuschaffen.

Kleine Händler fühlen sich benachteiligt

Die WZ sprach mit Wuppertaler Einzelhändlern und befragte diese nach Ihrer Meinung zu den Düsseldorfer Plänen. Gudrun Abeler, Vorsitzende der Interessengemeinschaft 1 (IG 1) zeigt sich sehr verwundert darüber, dass überhaupt eine Änderung der Öffnungszeiten diskutiert wird. Für sie ist klar, dass die alten Öffnungszeiten nicht mehr in die heutige Zeit passen. „Selbst wenn wir kleinen Händler die alten Zeiten wieder einführen würden, die großen Konzerne würden ohnehin nicht mitmachen“, konstatiert sie. Ihrer Meinung nach sorgt die Rückkehr zu den alten Öffnungszeiten eher für großes Durcheinander als für verbraucherfreundliche Vorteile.

Mathias Wewer, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Barmen, sagt: „Es wäre sehr realitätsfremd, wieder die früheren Öffnungszeiten einzuführen.“ Diese Meinung teilt auch der Chef der Galeria Kaufhof, Jos Coenen. Er war gar nicht gut auf dieses Thema zu sprechen. Für ihn steht fest: „Verkürzte Öffnungszeiten bedeuten einen herben Rückschlag für die Einzelhändler. Es ist widersinnig und keineswegs im Sinne der Kundschaft, was die Politiker da besprechen. Die Leute suchen sich dann andere Geschäfte, wo sie nach 20 Uhr einkaufen können. Oder noch schlimmer, sie gehen in andere Bundesländer oder ziehen ins Ausland“, mutmaßt Coenen.

Jos Coenen fürchtet Nachteile für die Innenstädte

Coenen geht noch weiter; nach seiner Einschätzung sollte es sogar mehr verkaufsoffene Sonntag geben. „Je länger und je öfter man öffnet, desto belebter ist auch die Innenstadt“, sagt er. Wewer rechnet indes erst gar nicht damit, dass der Landtag kürzere Öffnungszeiten beschließt. „Mit unseren verkaufsoffenen Sonntagen kommen wir vollkommen aus.“

Auf die Frage, ob aufgrund der längeren Öffnungszeiten auch höhere Umsätze gemacht worden sind, antworten Abeler und Wewer unisono, dass dies nicht der Fall war. „Der damals erhoffte höhere Umsatz wurde bei den meisten Einzelhändlern nicht erzielt“, sagt Wewer. Seiner Einschätzung nach nutzen längere Öffnungszeiten eher den großen Supermärkten. Andreas Krämer, Pressesprecher der Rewe-Gruppe vermerkt eine hohe Akzeptanz der Kunden für die Spätöffnungen. In Nordrhein-Westfalen erzielen die Rewe-Märkte in der Zeit nach 18 Uhr rund ein Drittel des Umsatzes. In der Zeit von 20 bis 22 Uhr sind es elf Prozent und von 22 bis 24 Uhr sogar zwölf Prozent. Das zeigt: Die Kunden schätzen den Service.