Der Streit um den Rad- und Wanderweg geht in die nächste Runde.

Welche Standards braucht die Trasse? So lautet die Gretchenfrage.
Welche Standards braucht die Trasse? So lautet die Gretchenfrage.

Welche Standards braucht die Trasse? So lautet die Gretchenfrage.

Andreas Fischer

Welche Standards braucht die Trasse? So lautet die Gretchenfrage.

Wuppertal. Plant die Stadt Wuppertal die Nordbahntrasse viel zu aufwendig und damit auch viel zu teuer? Wie Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) im WZ-Interview berichtete, soll der Bau der Nordbahntrasse anstatt der bisher genannten 20 Millionen Euro nun 28 Millionen Euro kosten. Verantwortlich dafür, so die Aussage des Oberbürgermeisters, sei die Wuppertal Bewegung, die wider besseres Wissen, Kosten zu niedrig angesetzt habe.

Spritzbeton im Tunnel gilt als zu kostenintensiv

Diese Aussage wird erwartungsgemäß vom Vorsitzenden der Wuppertal Bewegung, Carsten Gerhardt, dementiert - aber nicht nur von ihm. Der WZ liegt die gemeinsame Stellungnahme des Regionalverbandes Ruhr (RVR) und der Stadt Sprockhövel zum geplanten Ausbau des Tunnels Schee vor. In dieser heißt es wörtlich: "Die Berücksichtigung von Spritzbeton in den Radwegtunneln der Eifel vor zirka sieben bis acht Jahren gelten heute als erheblicher, kostenaufwendiger Nachteil, da das Material von den Decken und Wänden durch den Wassereinfluss wieder abplatzt und die verrosteten Stahlmatten sichtbar werden." Solcher Spritzguss soll auch in den Tunneln der Trasse eingesetzt werden.

Zudem monieren der Regionalverband Ruhr und die Stadt Sprockhövel weitere geplante Maßnahmen, wie etwa Handläufe und bezeichnen dies als "Unrealistisch. Die Kosten sind einzusparen."

Regionalverband kritisiert Standards auf der Trasse

In der Summe kritisieren der RVR und Sprockhövel, dass eine Menge der geplanten Standards zu teuer und damit zu streichen seien. Dieser Kritik schließt sich Gerhardt an, der die Ausführungen von Jung als "abwegig und falsch" bezeichnet.

Nach Gerhardts Einschätzung entsprechen die von der Wuppertal Bewegung vorgeschlagenen Standards für die Nordbahntrasse den Standards von anderen Radwegen in Deutschland. "Viele Radwege im Sauerland und in der Eifel verfügen nicht über komplett trockene Tunnel, wie sie für die Nordbahntrasse gefordert werden", sagt Gerhardt und fügt an: "Die Standards der Stadt werden nicht nur durch Ingenieure aus dem Umfeld der Wuppertal Bewegung als unnötig hoch und teilweise sogar kontraproduktiv angesehen."

Nach Auskunft von Oberbürgermeister Peter Jung ist der Förderantrag für den Außenbereich der Trasse komplett - bis auf den Barmittelnachweis der Wuppertal Bewegung, der zwingend erforderlich sei. Gestern wiederholte Jung: Die Wuppertal Bewegung hat diesen Nachweis noch zu erbringen.

Dies hält Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Wuppertal Bewegung, für falsch. Allein die Zusagen der Großsponsoren ergeben seiner Auskunft nach mehr als zwei Millionen Euro Barspenden. Seit 2007 seien diese der Stadt namentlich und mit Höhe der Spendenzusage bekannt. Bislang seien zudem schon 1,5 Millionen Euro an Spenden geflossen. Allein mit den bereits geleisteten Spenden und der zweiten Spendenrate der Jackstädt-Stiftung, die vereinbarungsgemäß abhängig vom Baufortschritt überwiesen werden soll, werde der notwendige Barmittelnachweis für den Außenbereich komplett erbracht, sagt Gerhardt.

Die bereits geflossenen 1,5 Millionen Euro an Spenden hat die Wuppertal Bewegung verwendet, um damit das erste Trassenstück zu bauen und einige Gutachten zu bezahlen, weswegen sie derzeit nicht für weitere Baumaßnahmen zur Verfügung stünden. Da die Wuppertal Bewegung damit in Vorkasse getreten ist, so Gerhardt weiter, warte der Verein nun auf die Rückvergütung aus den entsprechenden Fördertöpfen. Laut Gerhardt liegen diese Fördermittel bereits seit Anfang dieses Jahres auf den Konten der Stadt Wuppertal.

Dem widerspricht erneut Oberbürgermeister Peter Jung. "Bei den Summen in den Anträgen handelt es sich um Obergrenzen, wir werden alle Einsparpotenziale nutzen die möglich sind. Sollte der Bau der Trasse jedoch teurer werden als in den Anträgen angegeben, dann würde der Restbetrag an der Wuppertal Bewegung hängen bleiben, das wollen wir nicht."

Zu der Kritik an den Standards sagte er: "Wir müssen 20 Jahre Betriebssicherheit auf der Trasse garantieren. Laut Jung sei mit der Wuppertal Bewegung ausführlich über die Stellungnahme des RVR gesprochen worden, weshalb er diese Kritik nicht nachvollziehen könne.

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