Der Sieger steht fest: Von-der-Heydt-Platz wird von einem Architekturbüro aus Lübeck neu gestaltet. Der Umbau soll Ende 2018 beginnen.

Der Sieger steht fest: Von-der-Heydt-Platz wird von einem Architekturbüro aus Lübeck neu gestaltet. Der Umbau soll Ende 2018 beginnen.
Der Brunnen findet in dieser Form keinen Platz mehr in dem Siegerentwurf zum neuen Von-der-Heydt-Platz. Die Entwürfe sind bis 25. Juli in den City-Arkaden zu sehen.

Der Brunnen findet in dieser Form keinen Platz mehr in dem Siegerentwurf zum neuen Von-der-Heydt-Platz. Die Entwürfe sind bis 25. Juli in den City-Arkaden zu sehen.

Der Brunnen findet in dieser Form keinen Platz mehr in dem Siegerentwurf zum neuen Von-der-Heydt-Platz. Die Entwürfe sind bis 25. Juli in den City-Arkaden zu sehen.

Andreas Fischer, Bild 1 von 2

Der Brunnen findet in dieser Form keinen Platz mehr in dem Siegerentwurf zum neuen Von-der-Heydt-Platz. Die Entwürfe sind bis 25. Juli in den City-Arkaden zu sehen.

Wuppertal.  Bis Ende 2018 werden die Geschäfte am neuen Döppersberg eröffnet sein. Die Einzelhändler in der Fußgängerzone befürchten, dass sich die Passantenströme bis dahin deutlich in Richtung Hauptbahnhof verlagern. Die Stadt will deshalb mit der Qualitätsoffensive Innenstädte Gegengewichte schaffen. Ein Ansatzpunkt ist die Neugestaltung des Von-der-Heydt-Platzes. „Dieser Platz hat eine zentrale Bedeutung für Elberfeld“, sagte Baudezernent Frank Meyer zur Eröffnung einer Ausstellung, die bis zum 25. Juli in den City-Arkaden 13 Entwürfe zur Neugestaltung zeigt.

Sieger eines Architektenwettbewerbes sind die Landschaftsarchitekten TGP Trüper Gondesen Partner aus Lübeck. „Wir wollten einen Bezug zu dem Namensgeber und dem Museum herstellen und haben daher als Format einen goldenen Rahmen gewählt, der zur Herzogstraße hin geöffnet ist“, beschrieb Tonio Trüper die grundlegende Idee des Siegerentwurfs. Nach dem aktuellen Zeitplan kann frühestens Ende 2018 mit dem Umbau begonnen werden, da die Stadt im nächsten Schritt den Förderantrag beim Land NRW stellen muss. Die kalkulierten Kosten liegen laut Nalan Cicek, Ressort Stadtentwicklung und Städtebau, bei 1,116 Millionen Euro. Auf die Stadt entfällt ein Eigenanteil von 20 Prozent.

Bis 2020 soll das Projekt abgeschlossen sein. Bis dahin müssen sich die Wuppertaler von dem massiven Brunnen und weiteren Betonkübeln auf dem 3100 Quadratmeter großen Platz verabschieden. Die den Platz zurzeit noch prägenden Elemente sind Relikte aus einer Ära, in der Beton für Fortschritt und Aufbruch stand. Allerdings müssen auch vier Bäume auf dem Platz weichen, sie würden die Anhebung der Fläche nicht überstehen. Neupflanzungen sind vorgesehen, der Baumbestand auf der Herzogstraße bleibt hingegen erhalten.

Die goldene Bank soll die Menschen anlocken

Die Jury setzte sich aus Mitgliedern des Gestaltungsbeirats, der Bezirksvertretung Elberfeld und der Verwaltung zusammen. Die Juroren legten vor allem Wert darauf, dass der Von-der-Heydt-Platz „ein kommerzfreier Raum“ bleibt, der noch mehr als bisher ein Ort für Familien und Kommunikation sein soll. Auf einer geschwungenen messingfarbenen Bank, die mit einer Holzverkleidung versehen ist, sollen die Menschen unter den Bäumen Platz nehmen. Diese Szenerie setzt sich auf der Herzogstraße fort. Der Brunnen wird durch ein Wasserspiel ersetzt. Wasser sprudelt aus einer gepflasterten Fläche, wobei die hellen und dunklen Steine den Platz strukturieren und eine Einheit mit der neuen Bepflasterung in der Fußgängerzone bilden.

Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius und die Bezirksvertreter Thomas Kring (SPD) und Klaus Lüdemann (Grüne) gehörten der Jury an. Sie sehen in dem Entwurf eine realistische Chance, dem Von-der-Heydt-Platz mehr Aufenthaltsqualität zu geben. Da die Betonkübel verschwinden und das Wasserspiel bei Bedarf abgestellt werden kann, bietet die freie Fläche im Zentrum des Platzes zudem mehr Raum, um sie als Bühne zu nutzen. Klaus Lüdemann gab einem anderem Entwurf den Vorzug, weil darin auf die Fällung der vier Bäume verzichtet wurde.

Zu dem deutschlandweiten Wettbewerb hatte die Stadt 20 Landschaftsarchitekten im Mai aufgerufen. 13 gaben ihre Entwürfe ab. Den Vorsitz der elfköpfigen Jury hatte der Vorsitzende des Gestaltungsbeirats Prof. Rolf Westerheide.

Frühestens im kommenden Jahr sollen als nächste Projekte der Platz am Kolk und der Kasinokreisel in Angriff genommen werden. In allen Fällen geht es um die Aufenthaltsqualität der Plätze. Die muss verbessert werden, damit die Innenstadt trotz der Sogwirkung des neuen Döppersbergs lebendig bleibt.

Ein etwas längerer Blick auf die Entwürfe lohnt sich aber nicht nur, weil dort die Zukunft der Elberfelder Fußgängerzone erkennbar ist. Einige der Entwürfe, die nicht prämiert wurden, bieten außergewöhnliche Lösungen an. So sieht ein Plan eine große, urbane Spieluhr vor. „Diese Spieluhr ist eine originelle Idee, aber wir müssen natürlich das Thema Vandalismus im Auge halten“, sagte Thomas Kring. Vielversprechende Titel wie „Tag am See“, „Im Schatten des Lichts“, „Stadtspiel Wupperkiesel“ oder „Virtuelle Galerie“ sind ein Hinweis darauf, dass der kleine Stadtplatz durchaus die Fantasie der Planer anregte. „Jetzt warten wir auf die Realisierung des Entwurfs“, sagt Hans Jürgen Vitenius.

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