Die Stadt zieht die europaweite Ausschreibung zurück, weil Bewerbungen nicht alle rechtlichen Anforderungen erfüllten.

Wuppertal. Die europaweiten Ausschreibungen entpuppen sich einmal mehr als Hemmschuh statt als Investitions-Motor: Nun zieht die Stadt die Ausschreibung für die Neubebauung der Ohligsmühle zurück - bereits zum zweiten Mal.

In der ersten Runde der nach besonders strengen Regeln laufenden europaweiten Ausschreibung ist ohnehin kein Investor wirklich aufgesprungen. In einer zweiten Runde, die ebenfalls europaweit läuft, sind die Spielregeln dann etwas weniger eng gefasst - aber offenbar immer noch zu kompliziert.

Denn diesmal haben sich Angaben von Wirtschaftsförderer Rolf Volmerig zwar potenzielle Investoren beworben (und das waren nach Volmerig auch hochkarätige), doch auch sie scheiterten an dem Vorlagen-Dschungel. Es reicht, wenn ein Papier nicht ganz ordnungsgemäß ausgefüllt ist - und schon läuft da nichts mehr, erklärt Volmerig. Sein Dilemma: Er darf den Investoren beim Ausfüllen der Unterlagen nicht beratend zur Seite stehen.

Viele Ausschreibungen scheitern an den Hürden

Volmerigs Erkenntnis, nachdem er gerade erst mit Wirtschaftsförderern anderer Kommunen Kontakt hatte: Wuppertal steht mit dem Problem nicht allein da. Überall kommen Projekte nicht in Gang, weil sich das vorgeschriebene Regelwerk als untauglich erweist.

Und jetzt? Volmerig sucht nach Möglichkeiten erneut auszuschreiben. Zuerst müssen aber juristische Tücken ausgeräumt werden. Der Optimismus von Kämmerer Johannes Slawig hingegen ist offenbar eingetrübt. Er zeigt sich im Gespräch mit der WZ enttäuscht. Die Stadt plant an der Ohligsmühle eine hochwertige Entwicklung ohne Discounter und Fast-Food-Angebot. Wenn jetzt nichts passiert, freuen sich zumindest Besucher der Luisenstraße über kostenlose Parkplätze in den Abendstunden. kuk/ebi

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