Jobcenter und Stadt schlossen einen Vertrag, der Alleinerziehende unterstützen soll.

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Die Betreuung eines Babys und die Jobsuche sind nur schwer unter einen Hut zu bringen. Archivfoto

Die Betreuung eines Babys und die Jobsuche sind nur schwer unter einen Hut zu bringen. Archivfoto

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Die Betreuung eines Babys und die Jobsuche sind nur schwer unter einen Hut zu bringen. Archivfoto

Wuppertal. Vom Deutschen Jugendinstitut nach ihren Lebenszielen befragt, äußerte die Mehrzahl der Heranwachsenden zwei klare Wünsche: Mit der eigenen und möglichst interessanten Arbeit den Lebensunterhalt bestreiten und eine Familie gründen. 80 Prozent der Befragten hielten die beiden Ziele indessen für kaum vereinbar.

Das Netzwerk ist der erste Schritt, nun müssen die Firmen handeln

Wuppertals Sozialdezernent Stefan Kühn (SPD), der mit diesem Beispiel aufwartete, sieht deshalb Handlungsbedarf – vor allem bei Alleinerziehenden, die ein Fünftel aller Bedarfsgemeinschaften nach SGB II (Grundsicherung für Arbeitssuchende) ausmachen. Um ihre Lage zu verbessern, schlossen städtische Geschäftsbereiche am gestrigen Dienstag mit dem Jobcenter Wuppertal einen Kooperationsvertrag.

Das neu geschaffene Netzwerk will Betreuungsangebote für Kinder verbessern, Alleinerziehenden zu einer existenzsichernden Erwerbstätigkeit verhelfen, ihnen Zugang zu Information und Beratung öffnen und ihre Mobilität fördern. Gültig ist der Vertrag zunächst bis Ende September 2015, doch verlängert er sich um jeweils ein Jahr, falls keiner der Partner kündigt.

Die Gefahr einer solchen Kündigung ist allerdings gering gegenüber den Hürden, die auf anderer Ebene zu nehmen sind. In der Gesellschaft müsse sich etwas tun, sagte Kühn und sprach vor allem die Strukturen der Unternehmen an. Letztlich sei es in ihrem eigenen Interesse, die Situation von Alleinerziehenden zu verbessern, denn es gelte zunehmend, Fachkräfte zu finden und zu halten.

Als ein vorbildliches Beispiel für eine betriebseigene Kinderbetreuung benannten die Vertragspartner die Firma Knipex. Weitere Aufgaben neben der Betreuung sehen die Vertragspartner in beruflichen Wiedereinstieg- und Qualifizierungsmaßnahmen.

Mehr als 8000 Alleinerziehende leben in Wuppertal. Rund 4600 von ihnen sind auf Jobsuche und deshalb von den Leistungen aus dem SGB II abhängig.

Als Geschäftsführerinnen des Netzwerks wurden Monika Maas und Patrizia Knabenschuh gewählt. Mehr Informationen unter
www.wuppertal.de/gleichstellungsstelle

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