Bei der NRW-weiten Razzia wurden am Mittwochmorgen auch drei Wohnungen in Wuppertal durchsucht.

Razzia
Ermittlungsbeamte verlassen nach der Razzia ein Haus in Radevormwald. Foto: Federico Gambarini

Ermittlungsbeamte verlassen nach der Razzia ein Haus in Radevormwald. Foto: Federico Gambarini

Am Mittwoch wurden bei einer Großrazzia gegen Neonazis in ganz NRW – Schwerpunkt war Radevormwald – Waffen und Propagandamaterial sichergestellt. In Wuppertal hat sich längst Widerstand gegen Extremismus formiert. So demonstrierten am 9. November 2011 mehr als 2000  Wuppertaler.

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Ermittlungsbeamte verlassen nach der Razzia ein Haus in Radevormwald. Foto: Federico Gambarini

Wuppertal. Die Razzia gegen die Neonazi-Szene in Nordrhein-Westfalen begann am heutigen Mittwochmorgen um 5 Uhr: Vor 22 Objekten in ganz NRW trat ein Großaufgebot der Polizei zu Durchsuchungsaktionen und Festnahmen an. Der Schwerpunkt lag klar auf der Wuppertaler Nachbarstadt Radevormwald. Dort gab es unter anderem drei Verhaftungen.

Wuppertaler Neonazi in Düsseldorf festgenommen

Auch in Wuppertal wurden drei Wohnungen durchsucht. Darunter eine Wohnung an einer Hauptverkehrsstraße in Wichlinghausen. Diese Wohnung wird seit dem Wegzug der Neonazis aus einer Treffpunktwohnung an der Kaiserstraße in Vohwinkel als neue Anlaufstelle beobachtet. Dort und in zwei weiteren Wuppertaler Objekten gab es keine Festnahmen.

Extremismus
Ermittlungsbeamte verlassen nach der Razzia ein Haus in Radevormwald. Foto: Federico Gambarini

Ermittlungsbeamte verlassen nach der Razzia ein Haus in Radevormwald. Foto: Federico Gambarini

Am Mittwoch wurden bei einer Großrazzia gegen Neonazis in ganz NRW – Schwerpunkt war Radevormwald – Waffen und Propagandamaterial sichergestellt. In Wuppertal hat sich längst Widerstand gegen Extremismus formiert. So demonstrierten am 9. November 2011 mehr als 2000  Wuppertaler.

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Am Mittwoch wurden bei einer Großrazzia gegen Neonazis in ganz NRW – Schwerpunkt war Radevormwald – Waffen und Propagandamaterial sichergestellt. In Wuppertal hat sich längst Widerstand gegen Extremismus formiert. So demonstrierten am 9. November 2011 mehr als 2000  Wuppertaler.

Dafür aber in Düsseldorf: Dort habe sich ein 23 Jahre alter Neonazi aus Wuppertal in der Wohnung eines Bekannten aufgehalten. Der Wuppertaler wurde zur Vernehmung gebracht, ist mittlerweile aber wieder auf freiem Fuß.

Ob und wie eng die Wuppertaler Neonazis Kontakte nach Radevormwald hatten, müssen jetzt die weiteren Ermittlungen zeigen. Im Fokus der Fahnder stehen zwölf Männer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Sie werden vom Staatsschutz dem rechtsextremen „Freundeskreis Rade“ zugeordnet. Die Ermittler haben insgesamt 18 Personen auf ihrer Liste. Der Vorwurf: Gründung einer kriminellen Vereinigung. Außerdem soll der „Freundeskreis Rade“ Kontakt zu einer unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes stehenden Partei im Rader Stadtrat gehabt haben. Laut Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise, dass die Neonazis von der Partei finanziell unterstützt worden sind.

Federführend bei den Ermittlungen ist übrigens die Kölner Staatsanwaltschaft. Dort wird zunächst Radevormwald Priorität haben. Aber auch in Wuppertal sind noch einige Ermittlungsverfahren offen. Etwaige Verbindungen dazu würden geprüft, hieß es am Mittwoch.

Mehrere Ermittlungsverfahren gegen Wuppertaler Neonazis sind noch nicht abgeschlossen. Dazu gehören der Reizgas-Überfall auf die Besucher einer Filmvorführung des Medienprojekts Ende 2010 im Cinemaxx in Elberfeld, der Prügelangriff auf einen Stand beim letztjährigen Vohwinkeler Flohmarkt und die Parolen, die während des Schweigemarsches am 9. November 2011 aus einer Neonazi-Wohnung an der Kaiserstraße gerufen worden sein sollen.

Wie berichtet, hat sich in Wuppertal angesichts einer neuen Neonazi-Szene ein breites bürgerliches Bündnis gebildet. Mit einem Schweigemarsch demonstrierten dann am 9. November des vergangenen Jahres mehr als 2000 Wuppertaler in Vohwinkel gegen Fremdenhass und Extremismus.

[Nachtrag 18.10 Uhr, esk]

Als Reaktion auf die Razzia haben Neonazis noch für den heutigen Mittwochabend eine Demo in Wuppertal angekündigt. Ab 19 Uhr wollen sie zum Polizeipräsidium ziehen. Den Hauptbahnhof als Startpunkt hatte die Polizei kurzfristig verboten und den Barmer Bahnhof als Alternative angeboten. Sicherheitshalber werden wohl an beiden Bahnhöfen starke Polizeikräfte stehen.

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