Wuppertal gedachte am Mittwoch der Widerstandskämpfer des 20. Juli und enthüllte die Tafel mit Namen der 3100 Opfer aus Wuppertal.

Viele Wuppertaler Bürger hatten sich ebenso wie die Repräsentanten der Stadt am Mahnmal im Deweerth’schen Garten versammelt und gedachten der Opfer des Nazi-Regimes. Rechts die Tafel mit den Namen der Opfer.
Viele Wuppertaler Bürger hatten sich ebenso wie die Repräsentanten der Stadt am Mahnmal im Deweerth’schen Garten versammelt und gedachten der Opfer des Nazi-Regimes. Rechts die Tafel mit den Namen der Opfer.

Viele Wuppertaler Bürger hatten sich ebenso wie die Repräsentanten der Stadt am Mahnmal im Deweerth’schen Garten versammelt und gedachten der Opfer des Nazi-Regimes. Rechts die Tafel mit den Namen der Opfer.

Uwe Schinkel

Viele Wuppertaler Bürger hatten sich ebenso wie die Repräsentanten der Stadt am Mahnmal im Deweerth’schen Garten versammelt und gedachten der Opfer des Nazi-Regimes. Rechts die Tafel mit den Namen der Opfer.

Elberfeld. „Die mutigen Männer und Frauen des 20. Juli 1944 haben gezeigt, dass auch eine unmenschliche Diktatur das Gewissen nicht zum Schweigen bringen kann.“ Oberbürgermeister Peter Jung gedachte gemeinsam mit etwa 200 Wuppertalern am gestrigen Mittwochnachmittag im Deweerth’schen Garten der gescheiterten Attentäter des 20. Juli, die ihren Kampf gegen die Nazi-Diktatur mit dem Leben bezahlten.

Sowohl die Stadt Wuppertal als auch die jüdische Kultusgemeinde und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit hatten zum Gedenken an den Widerstand um Claus Schenk Graf von Stauffenberg eingeladen, der Deutschland durch ein Bombenattentat auf Adolf Hitler von der Nazi-Diktatur befreien wollte.

„Nie wieder darf so etwas in unserer Stadt, nie wieder in unserem Land geschehen.“

Peter Jung, Oberbürgermeister

Zahlreiche Repräsentanten des öffentlichen Lebens, der Vereine, Verbände und der Parteien waren der Einladung ebenso gefolgt wie Wuppertaler Bürger und gedachten auch der Millionen Opfer durch den Nazi-Terror, die wegen ihrer Religion, politischer Überzeugung oder Herkunft in den Vernichtungslagern ermordet wurden.

Der Schriftsteller Hans Werner Otto las aus seiner neuen Erzählung „Brickendrop und das Patenkind“, eine Geschichte über eine Wuppertalerin, deren Patenonkel der Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop war.

Am Mittwoch wurde von Jung zudem die Gedenktafel für die 3100 Wuppertaler Opfer der Nazi-Diktatur offiziell eingeweiht. Um die Anbringung der Gedenktafel hatte es im Vorfeld Diskussionen gegeben, weil es bis zur jüngsten Sitzung des Wuppertaler Stadtrats am Montag keinen Beschluss dazu gab, ob und wie die Tafel am Mahnmal am Deweerth’schen angebracht wird. Im April wurde die Tafel während einer Gedenkveranstaltung erstmals gezeigt.

Am 20. Juli jährt sich auch die Deportation von 247 Wuppertalern in das KZ Theresienstadt. Der 2007 gegründete Verein „Stolpersteine in Wuppertal“ erinnerte am Mittwoch an das Schicksal der Wuppertaler Bürger und ließ an den früheren Wohnorten der Opfer Messingplatten in den Boden ein, auf denen sowohl die Namen als auch die Geburts- und Todesdaten verzeichnet sind.

Für die neuen Stolpersteine: Untere Lichtenplatzer Straße für Kurt und Adele Orgler, Werth 109 für Emma Seligmann, Hofaue 44 für Jette und Arthur Herrmann sowie für Max Herrmann, Neumarktstraße 43 für Else Oswald, Kleeblatt 1 für Martha und Richard Plaut und Augustastraße 54 für Meta und Michael Max Neumann, sowie die Bahnstraße 37 für Karl Karrenberg.

Die Wuppertaler Tafel ist bisher einmalig, weil sie alle Nazi-Opfer der Stadt, ungeachtet ihrer Religion, ethnischen Zugehörigkeit oder politischen Ausrichtung, auflistet. Stefan Stracke, Vorsitzender des Vereins zur Erforschung der sozialen Bewegungen in Wuppertal, hatte während der Feier im April erklärt, dass er sich wünsche, dass die Gedenktafel an dem Mahnmal bleiben könne. Diesem Wunsch hat der Stadtrat entsprochen. Mit dieser Tafel, so erklärte Jung, werde den Opfern ein Gesicht und ein Name gegeben.

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