Schmerzensgeld für Beamten: Familienvater kündigt Revision an.

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Matthias Hiekel/dpa

Wuppertal. Das Amtsgericht hatte ihn noch freigesprochen, im Berufungsverfahren hat das Wuppertaler Landgericht einen vorbestraften Familienvater (40) dann doch verurteilt: Er hatte vor drei Jahren in Vohwinkel einen Streifenwagen demoliert. Das nicht rechtskräftige Strafmaß: sechs Monate Haft auf Bewährung.

Der Familienstreit an der Gräfrather Straße in Vohwinkel sei einer der spektakulärsten Einsätze des Jahres 2009 gewesen, haben Polizisten vor Gericht bestätigt: Sie hätten damals immer mehr Verstärkung angefordert, weil immer mehr Mitglieder der Großfamilie erschienen seien. 14 Streifenwagen – einige davon aus Barmen – waren schließlich am Einsatzort. Bei einer Festnahme baten die Polizisten sogar zwei angeblich angetrunkene Bauarbeiter um Hilfe. Gegen einen Sohn (13) setzte eine Polizistin Pfefferspray ein: „Um meine Kollegen zu schützen.“ Der Angeklagte war während des Tumults gefesselt in einen Streifenwagen gesetzt worden. Dort schlug er mit seinem Kopf eine Scheibe ein und zwängte sich heraus.

Auch das Verfahren vor dem Landgericht darf als turbulent bezeichnet werden. An den mehr als 18 Sitzungstagen, nannte der Angeklagte einen Polizisten im Zeugenstand „kriminell“, dem Staatsanwalt warf er Lügen vor.

Das Gericht indes sah die Vorwürfe bestätigt. Der Angeklagte – die Urteilsbegründung hörte sich der 40-Jährige nicht mehr an – muss als Bewährungsauflage 500 Sozialstunden leisten, ein Anti-Aggressionstraining durchlaufen und 250 Euro an einen Polizisten zahlen.

Der Mann hat bereits die Revision gegen das Urteil angekündigt. Bei Rechtskraft des Urteils muss der 40-Jährige, der mittlerweile im Kreis Mettmann wohnt, mit hohen Kosten rechnen. An Gerichtsgebühren, Entschädigung für Zeugen und Sachverständige seien mehrere zehntausend Euro aufgelaufen.

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