Nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs schließt der Wuppertaler Gebäudemanager Uwe Flunkert ein ähnliches Unglück im Tal nahezu aus.

Ein Mann steht unmittelbar nach dem Einsturz des benachbarten Stadtarchivs in den Trümmern seiner Wohnung und telefoniert.
Ein Mann steht unmittelbar nach dem Einsturz des benachbarten Stadtarchivs in den Trümmern seiner Wohnung und telefoniert.

Ein Mann steht unmittelbar nach dem Einsturz des benachbarten Stadtarchivs in den Trümmern seiner Wohnung und telefoniert.

dpa

Ein Mann steht unmittelbar nach dem Einsturz des benachbarten Stadtarchivs in den Trümmern seiner Wohnung und telefoniert.

Wuppertal. Der Reflex war sofort da: "Könnte das in Wuppertal auch passieren", fragte sich Uwe Flunkert, seit zehn Jahren Chef des städtischen Gebäudemanagements, nachdem er vom Einsturz des Kölner Stadtarchivs erfahren hatte. Sekunden später konnte der 53-Jährige die Frage für sich mit einem klaren "Nein" beantworten.

Flunkert - er zeichnet für 860 städtische Gebäude verantwortlich - verweist zu allererst auf die topographischen Besonderheiten Wuppertals. Die Stadt ist anders als Köln größtenteils auf Fels und Schiefer gebaut. Auf dem Rott beispielsweise musste in den 1930er Jahren gesprengt werden, um überhaupt Keller bauen zu können. Auch in jüngster Zeit, bereitete felsiger Untergrund Probleme beim Bau: zum Beispiel bei der Errichtung der Turnhalle Gathe.

Flunkert verweist zudem auf die regelmäßigen Prüfungen und Begehungen der städtischen Objekte. Je nach Alter, Höhe und Beschaffenheit finden entsprechende Kontrollen in Abstimmung mit Feuerwehr und Tüv statt.

Städtische Archive sind mit Stahlträgern gesichert

Die Gefahr für ein ähnliches Unglück wie in Köln sieht Flunkert nicht. Er verweist darauf, dass für Archive und Bibliotheken allgemein besondere statische Vorgaben gelten. An den Haspel-Häusern - dort ist das Stadtarchiv untergebracht - und im ehemaligen Fuhlrott-Museum wurden deshalb laut Flunkert Stahlträger eingezogen. Sein Fazit: "Das ist sicher."

Außerdem gehe man beim städtischen Gebäudemanagement jedem Hinweis auf etwaige Probleme nicht nur in Sachen Statik nach. Flunkert erinnert sich unter anderem an einen Fall im damaligen Kurbad Barmen. Im Jahr 2005 wurde ein Leck im Becken entdeckt, das für Unterspülungen und Hohlräume unter dem Gebäude gesorgt haben soll. Laut Gebäudemanagement bestand damals aber keine Einsturzgefahr. Das Kurbad ist bekanntlich mittlerweile verkauft und kein Schwimmbad mehr. Flunkert: "Damals wie heute gilt: Wir nehmen jeden Hinweis ernst und reagieren."

Allein für den Brandschutz in öffentlichen Gebäuden gibt die Stadt seit 1999 etwa 20 Millionen Euro pro Jahr aus. In den städtischen Kindergarten sind die entsprechenden Sanierungsarbeiten abgeschlossen.

Es bleibt die Frage nach der Sicherheit von Privatbauten. Beispiel Vogelsaue: Nachbarn eines leerstehenden fünfstöckigen Mehrfamilienhauses hatten die städtische Bauaufsicht alarmiert, weil sich unter anderem Platten von der Fassade gelöst haben sollen. Seither gibt es einmal im Monat eine Begehung, bei der auch die Statik kontrolliert wird. Sicherungsmaßnahmen werden dem Eigentümer in Rechnung gestellt.

Tütersburg: Eigentümer muss mit Bußgeld rechnen

Neues gibt es auch von der Tütersburg in Wichlinghausen. Wie berichtet, musste dort vor vier Wochen das THW ein altes Fachwerkhaus vor dem Einsturz retten. Laut Presseamt gibt es für das Gebäude einen Abbruchantrag. Allerdings fehlt noch das Gutachten eines Statikers, über Gefahren für die Nachbarhäuser. Und: Die Stadt hat gegen den Eigentümer ein Verfahren eingeleitet. Begründung: Er habe das denkmalgeschützte Haus nicht entsprechend gesichert.

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