Auf Christen in Ägypten wurde ein Anschlag verübt. Die Bedrohung hat jetzt die Gemeinden in Deutschland erreicht.

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Geschockte Kopten bei der Sonntagsmesse in Alexandria nach dem Anschlag auf eine ihrer Kirchen in der Neujahrsnacht. Mindestens 21 Menschen starben. Die christlichen Kopten sind eine religiöse Minderheit im muslimischen Ägypten. Täglich müssen sie Repressionen fürchten.

Geschockte Kopten bei der Sonntagsmesse in Alexandria nach dem Anschlag auf eine ihrer Kirchen in der Neujahrsnacht. Mindestens 21 Menschen starben. Die christlichen Kopten sind eine religiöse Minderheit im muslimischen Ägypten. Täglich müssen sie Repressionen fürchten.

dpa

Geschockte Kopten bei der Sonntagsmesse in Alexandria nach dem Anschlag auf eine ihrer Kirchen in der Neujahrsnacht. Mindestens 21 Menschen starben. Die christlichen Kopten sind eine religiöse Minderheit im muslimischen Ägypten. Täglich müssen sie Repressionen fürchten.

Wuppertal. Der Jahreswechsel ist für viele ein Neubeginn. Mit ihm sind Wünsche und Hoffnungen verbunden. Für die christlichen Kopten weltweit wurde das Neujahrfest jedoch zu einer blutigen Tragödie. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich im ägyptischen Alexandria vor einer Kirche in die Luft und riss mindestens 20 weitere Menschen mit in den Tod – größtenteils Kopten.

„Die ganze Kirche ist erschüttert“, sagt Abuna Tawadros (49). Der Geistliche betreut die rund 100 koptischen Familien, die in Wuppertal leben. Die meisten stammen aus Eritrea. Sechs Familien haben ihre Wurzeln in Ägypten, dem Ursprungsland des koptischen Christentums.

Vorbehalte und Ablehnung gegen seine Religion, so erzählt Priester Tawadros, haben schon seine Kindheit im südlichen Ägypten bestimmt. „Ich bin damit vertraut“, sagt er nüchtern. Doch das, was jetzt passiert ist, macht Angst. „Das ist eine neue und sehr viel schwerere Art der Anfeindung.“ Anschläge gegen die christliche Minderheit gab es in dem muslimischen Land in den vergangenen Jahren immer wieder.

Bundeskriminalamt informiert über Drohungen

Die Täter, sagt Tawadros, hätten kaum juristische Konsequenzen zu fürchten. „Als Christen werden wir im Orient als Spione des Westens angesehen.“

Neu hingegen ist, dass die Bedrohung auch nach Deutschland zu schwappen scheint. Das Bundeskriminalamt hat die Landespolizeien über allgemeine Anschlagsdrohungen gegen Kopten im Internet informiert. Der Leiter des Wuppertaler Staatsschutzes, Jörg Unkrieg, sieht in der Stadt derzeit allerdings „keine konkrete Gefährdungslage“. Dennoch beobachte man die Situation aufmerksam.

Weihnachtsfest am 6. und 7. Januar mit Einschränkungen

Als Gründer der koptischen Kirche gilt der Apostel Markus. Ihr Ursprung liegt in Ägypten. Kirchliches Oberhaupt ist Papst Schenudah III., dessen Sitz sich im ägyptischen Alexandria befindet. Seit der arabischen Eroberung des nordafrikanischen Staates im 7. Jahrhundert schwindet die Zahl der Kopten.
 

Etwa zehn Prozent der 80 Millionen Einwohner Ägyptens zählen zu den koptischen Christen. In Deutschland leben rund 6000 von ihnen.

In der Neujahrsnacht wurde vor einer koptischen Kirche in Alexandria ein Sprengsatz gezündet. Bei dem Anschlag kamen mindestens 21 Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Anschließend kam es zu Unruhen in Ägypten, die bis auf die Hauptstadt Kairo übergriffen.
 

Viele Kopten in der Region sind dennoch verunsichert, bleiben aus Furcht dem Gottesdienst an ihrem Weihnachtsfest, das in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar stattfindet, fern. In den meisten Gemeinden wird deshalb auch auf Teile der üblichen Feier, wie das gemeinsame Essen, verzichtet. Abuna Tawadros hat Verständnis für die Sorge seiner Gemeindemitglieder. Auch er kennt die Risiken und geht dennoch in die Kirche. Als Priester habe er dieses Schicksal für sich gewählt. Für ihn sei es besser, in der Kirche zu sein, wenn etwas passiere. „Da bin ich näher bei Gott.“