Fred W. (45) überfiel 1995 die Sparkassen-Filiale am Katernberg - zwei Mal.

Gestanden: Fred W. hat gestern vor dem Krefelder Landgericht zwei Banküberfälle am Katernberg gestanden.
Gestanden: Fred W. hat gestern vor dem Krefelder Landgericht zwei Banküberfälle am Katernberg gestanden.

Gestanden: Fred W. hat gestern vor dem Krefelder Landgericht zwei Banküberfälle am Katernberg gestanden.

Dirk Jochmann

Gestanden: Fred W. hat gestern vor dem Krefelder Landgericht zwei Banküberfälle am Katernberg gestanden.

Krefeld/Wuppertal. Der Mann redet wie ein Wasserfall. Erzählt von den Höhen und Tiefen in seinem Leben, wobei er sich den Tiefen besonders widmen muss. Denn so zielstrebig Fred W. auch alles plante, irgendwas ging immer schief. Deshalb fehlte Geld. Das holte er sich nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft nicht nur bei Banküberfällen, sondern auch bei zwei Raubmorden.

Auf der Anklagebank des Krefelder Landgerichts sitzend, sprudelt ein Geständnis nach dem anderen aus dem 45-Jährigen heraus: Viermal stürmte der gelernte Kraftfahrzeugmeister bewaffnet in Banken. Zwei Tatorte gab es in Wuppertal, beide Male suchte er sich die Sparkasse am Katernberger Schulweg aus. "Weil es dort einen offenen Kassenbereich gab und ich wusste, dass es viel Geld zu holen gibt." W. war Kunde der Sparkasse. Zwar lebte er in Belgien, betrieb aber einen Autohandel an der Nevigeser Straße und pendelte nach Wuppertal. "Ich habe Autos aus Konkursen verkauft."

1995, fünf Jahre nach dem ersten Überfall auf eine Bank in Schleswig-Holstein, war die Finanznot wieder besonders groß: Ein weiteres seiner vier Kinder wurde geboren, der Weg in die Selbständigkeit auf Mallorca - eine Boots-Werkstatt - stand bevor. Er habe "riesige Angst" gehabt, beim ersten Überfall in Katernberg "vier oder fünf Anläufe" gebraucht, bevor er mit dem Revolver losging.

W. war stets gut vorbereitet. So hörte er den Polizeifunk über einen Knopf im Ohr mit. Beim ersten Raub am 10. August 1995 trug er eine eigens für ihn angefertigte Gesichtsmaske. Er wechselte stets nach kurzer Zeit die Fahrzeuge. Beim zweiten Überfall am 14. Dezember 1995 hatte er den Fluchtwagen keine 400 Meter entfernt geparkt. Einmal füllte er seine Beute in einen Koffer um, den er in eine Vorrichtung unter einem Pkw-Anhänger schob. Den hatte er für die Tat gemietet. "Ich dachte: Selbst wenn ich in eine Kontrolle komme, findet die Polizei den Koffer nie", so der 45-Jährige.

Bei beiden Überfällen war der gleiche Sparkassen-Mitarbeiter an der Kasse tätig. Er sagt am Mittwoch im Prozess als Zeuge aus.

Laut Staatsanwaltschaft ist der Familienvater Fred W. auch ein Mörder. Im Mai 2008 soll er in Krefeld einen 27 Jahre alten Autohändler erst beraubt, dann regelrecht hingerichtet haben. Den Mord hat er bislang abgestritten. Er habe lediglich für einen unbekannten Holländer Schmiere gestanden. Diese Version glaubt ihm die Kripo allerdings nicht. Im gestern begonnenen Prozess waren die Mord-Vorwürfe bislang noch nicht Beweisthema.

Nach seinem ersten Überfall 1990 auf eine Bank in Preetz (Schleswig-Holstein) hatte W. die Beute sofort zur nächsten Postfiliale gebracht, verpackt und nach Wuppertal geschickt - postlagernd an den eigenen Namen. Bei den Taten in Wuppertal soll er insgesamt 86 645 Mark erbeutet haben.

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