Beim Auftakt der „Orgeltage“ standen Sufismus, Klezmer und Choräle auf dem Programm.

Klarinettist Reinald Noisten und Gitarrist Claus Schmidt überzeugten beim ersten Orgel-Akzent in der Stadthalle.
Klarinettist Reinald Noisten und Gitarrist Claus Schmidt überzeugten beim ersten Orgel-Akzent in der Stadthalle.

Klarinettist Reinald Noisten und Gitarrist Claus Schmidt überzeugten beim ersten Orgel-Akzent in der Stadthalle.

Stefan Fries

Klarinettist Reinald Noisten und Gitarrist Claus Schmidt überzeugten beim ersten Orgel-Akzent in der Stadthalle.

Sei es die Reihe „Orgel-Akzent“ oder sind es die Konzerte im Rahmen der „Wuppertaler Orgeltage“: Vor geraumer Zeit wurden beide Konzepte neu strukturiert – mit positivem Effekt. Die Programme sind populärer geworden. Seltener sind die Veranstaltungen geworden, an denen nur ein Organist Manuale und Pedale bedient. Andere Instrumentalisten sind nun mit dabei. Zur Eröffnung der Herbstkonzerte der Orgeltage, gleichzeitig Auftaktveranstaltung des Orgel-Akzents dieser Spielzeit, gab es in der Stadthalle etwas ganz Außergewöhnliches. Die drei monotheistischen Religionen Christentum, Islam und der jüdische Glaube traten in einen harmonischen musikalischen wie auch visuellen Dialog ein.

Ein Derwischtänzer sorgte für das passende Bild zu den Klängen

Robert Mäuser sorgte für tradierte Orgelklänge. Jehan Alains „Première Fantaisie“, drei Choralbearbeitungen und eine Fantasie aus der Feder von Johann Sebastian Bach spielte er adäquat der jeweiligen Musikepochen mit abwechslungsreichen Registrierungen.

Die aus Osteuropa stammende und mittlerweile weltweit verbreitete jüdische Klezmer-Musik lag in den Händen des Ensembles Noisten. Sehr differenziert brachte es einige Stücke dieses Genres zu Gehör. Klarinettist Reinald Noisten, Claus Schmidt (Gitarre und Bouzouki), Kontrabassist Andreas Kneip und der aus Sri Lanka kommende Perkussionist Shanmugalingam Devakuruparan spielten dabei stimmungs- und schwungvoll auf.

Ging es um die Musik des islamischen Sufismus, gesellte sich Murat Çakmaz wie auch bei zwei Klezmer-Nummern mit seiner Gesangsstimme und der Ney – eine im persischen, arabischen, türkischen Raum allgemein bekannte Längsflöte – zu dem Quartett. Eher ruhig, kontemplativ gehalten waren die Stücke, die empfindsam von der Bühne kamen. Hierzu drehte sich wie in Trance der in der Türkei geborene Derwischtänzer Talip Elmasulu um seine eigene Achse und wertete so die Sufi-Musik noch auf. Eine ganz besondere meditative Note verlieh der Tänzer außerdem dem Bach-Choral „Christe, aller Welt Trost“ durch seine permanenten Drehungen.

Diese drei Musikstile wechselten miteinander ab oder gingen nahtlos ineinander über. Dadurch wurden Grenzen gesprengt, zumal auch die Orgel bei zwei Klezmer-Programmpunkten eingesetzt wurde.

Dass Musik eine völker- und kulturverbindende Sprache sein kann, wurde an diesem kurzweiligen Abend sehr deutlich. Das zahlreich erschienene Publikum zeigte sich begeistert und bedankte sich mit stehenden Ovationen.

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