Bis zu 12.000 unentgeltliche Arbeitsstunden stecken die Ehrenamtlichen der Bergischen Museumsbahn jährlich in ihre bei Fahrgästen beliebten historischen Fahrzeuge. Dafür gab es den dritten Preis bei BürgerTal.

Kohlfurth. Die Bergischen Museumsbahnen (BMB) ziehen nicht nur Wuppertaler, sondern auch Besucher aus der Region an. Doch damit die historischen Straßenbahnen im Sommerhalbjahr jeden zweiten Sonntag das schöne Kaltenbachtal hochfahren können, sind viele Freiwillige nötig. Deshalb werden die BMB dieses Jahr mit dem dritten Preis bei Bürgertal ausgezeichnet.

Rund zehn Ehrenamtler sind an jedem Fahrtag im Einsatz, um Fahrkarten und Bücher zu verkaufen und natürlich die alten Triebwagen zu steuern. "Die Ausbildung dafür dauert mehrere Monate jedes Wochenende, und danach sind regelmäßig Nachschulungen nötig, dazu Erste-Hilfe-Ausbildung", erklärt der Vereinsvorsitzende Michael Schumann. Die Ehrenamtler der BMB verfügen über einen normalen Straßenbahn-Führerschein und dürfen auch im regulären Stadtverkehr fahren. Doch gerade das Fahren ist attraktiv und lockt auch immer wieder jüngeren Nachwuchs in den Verein.

30.000 Fahrgäste kommen jedes Jahr ins Kaltenbachtal

Reichlich Arbeit wartet in der Werkstatt. Zwei Wagen werden derzeit aufgearbeitet: Ein Beiwagen der Hagener Straßenbahn, passend zu einem schon fahrbaren Triebwagen, erhält gerade neue Türen und frisch beschichtete Sitze. Daneben steht ein Triebwagen einer Wuppertaler Überlandstraßenbahn, bei der die Elektrik und Inneneinrichtung überholt wird. Drei bis fünf Helfer arbeiten regelmäßig in der Werkstatt. "Manche sind bis zu 15 oder 16 Stunden pro Woche hier", sagt Schumann. Alle Fahrzeuge, die derzeit im Einsatz sind, wurden hier liebevoll restauriert.

An der Strecke müssen nach dem Winter viele Stellen erneuert werden. Ein Baum stürzte beim Orkan "Xynthia" in die Oberleitung, die natürlich repariert werden musste. Auf 300 Metern Strecke müssen die Schwellen und Schienen ausgetauscht werden. Auf lange Sicht wollen die Mitarbeiter der BMB auch die Strecke bis Möschenborn erweitern. "Aber das wird wohl nächstes Jahr - angeblich ist jetzt das Planfeststellungsverfahren eingeleitet", nennt Schumann die bürokratischen Hürden.

Ein dringendes Nahziel hingegen sind Besuchertoiletten, die noch dieses Jahr in einem Container auf dem Gelände entstehen sollen. Rund 30 bis 40 Ehrenamtler sind in den verschiedenen Abteilungen der BMB aktiv. Sie sammeln regelmäßig 10.000 bis 12.000 Arbeitsstunden pro Jahr an, wie die Unterlagen der Unfallversicherung dokumentieren. Dazu kommen rund 250 Vereinsmitglieder, die das Projekt ideell tragen. Nur durch diesen Einsatz haben die Wuppertaler nach wie vor die Möglichkeit, die alten, schönen Straßenbahnwagen nicht nur zu besichtigen, sondern das Fahrgefühl zu erleben. Über 30.000 Besucher kommen so jährlich an 80 Öffnungstagen an die Kohlfurther Brücke.

Die Bergischen Museumsbahnen nehmen ihren Fahrbetrieb am Sonntag, 11. April, wieder auf. Von 10.40 bis 17.20 Uhr fahren die Straßenbahnen im Halbstundentakt durchs Kaltenbachtal hoch nach Greuel. An Pfingstsonntag und Pfingstmontag findet das traditionelle Straßenbahnfest statt. Die Saison endet Ende Oktober, am 4. und 5. Dezember folgen noch die beliebten Nikolausfahrten für Kinder.

Straßenbahnfreunde gründeten 1969 den Verein Bergische Museumsbahnen e.V. 1983 weihten sie eine Halle für ihre inzwischen über 20 Fahrzeuge ein. 1989 stand die Stromversorgung und Strecke samt Fahrzeugen wurde unter Denkmalschutz gestellt. 1992 dann kann die Bahn auf der 1969 stillgelegten Strecke ihren Fahrbetrieb aufnehmen.

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