Die Initiative „Wuppersaubertal“ wirbt mit origineller Aktion für mehr Sauberkeit.

Die Initiative „Wuppersaubertal“ wirbt mit origineller Aktion für mehr Sauberkeit.
Nicht auf den Boden, sondern in die Tonne gehört der Müll – die Basketballer machten es in der Barmer Innenstadt vor.

Nicht auf den Boden, sondern in die Tonne gehört der Müll – die Basketballer machten es in der Barmer Innenstadt vor.

Gerhard Bartsch

Nicht auf den Boden, sondern in die Tonne gehört der Müll – die Basketballer machten es in der Barmer Innenstadt vor.

Mit einem so genannten Flashmob – einer plötzlichen Aktion mit mehreren Personen im öffentlichen Raum – trat die Initiative „Wuppersaubertal“ jetzt erstmals in Barmen auf: AWG und ESW wollen bei den Bürgern das Bewusstsein für Sauberkeit wecken.

Samstagnachmittag auf dem Barmer Johannes-Rau-Platz: Geschäftiges Treiben und voll besetzte Bierzeltgarnituren bei „Barmen Karibisch“. Auf den Pfiff einer Trillerpfeife hin betreten plötzlich junge Männer in einheitlichen weißen Shirts die Einkaufsmeile am Werth und werfen zusammengeknüllte Zeitungen aus großen Müllsäcken auf den Boden. „Furchtbar“, schimpft eine Passantin im Vorbeigehen. „Was soll das?“ Einige bleiben neugierig stehen, andere lassen sich nicht beirren und schieben sich an den jungen Männern vorbei.

Die Aktion soll vor allem jüngere Leute ansprechen

Was auf den ersten Blick nach willkürlichem Vandalismus aussieht, ist eine Aktion der Initiative Wuppersaubertal, mit der AWG und ESW auf die zunehmende Vermüllung der Innenstädte aufmerksam machen wollten.

Julia Deppe, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Initiative verantwortlich ist, sieht das Problem in einem veränderten Konsumverhalten: „In den letzten zehn bis 15 Jahren hat die To-Go-Kultur extrem zugenommen“, betont sie. „Vor allem im Sommer ist Littering ein Problem.“ Das englische Wort „Littering“ steht für Vermüllung durch achtloses Wegwerfen und Liegenlassen.

Die Initiative hat verschiedene Motive mit weggeworfenen Fast-Food-Behältern und dem Ausruf „Bitte Nein“ kreiert, die nun auf Plakaten und Bierdeckeln auf die Aktion aufmerksam machen. Der stark frequentierte Platz und der Zeitpunkt des Beach Festivals seien bewusst gewählt gewesen, erklärt Julia Deppe: „Wir wollen die Leute da erreichen, wo sie sind. Wuppertal ist für uns alle da und wir müssen alle unseren Teil dazu beitragen, dass unsere Stadt lebenswert bleibt.“

Als der Boden mit Müll bedeckt ist, fahren die jungen Männer klassische schwarze Mülltonnen auf die Fläche, die aber mit Aufdrucken an allen Seiten und einem trichterförmigen Aufsatz an Basketballkörbe erinnern. In einer regelrechten Choreografie passen sich die Spieler des 1. Herren-Teams der Wuppertaler Südwest Baskets die Zeitungsbälle zu und versenken sie in den Tonnen – Haltungsnote sehr gut. Dabei werden Flaggen mit dem Symbol der Initiative geschwenkt und ein Plakat mit der Aufschrift „Bitte nein“ gezeigt, bis auch das letzte Stück Zeitung in einer der Korb-Tonnen verschwunden ist.

Inzwischen haben einige Schaulustige verstanden, worum es geht, beobachten belustigt das Spektakel und spenden den sportlichen Müllmännern schließlich Applaus. „Eine witzige Aktion“, findet Angelika Boehm. „Schön, dass die jungen Männer sich dafür einsetzen!“ Basketballer Dennis Heinzmann erklärt: „Wir wohnen alle in Wuppertal und haben unsere Familien hier. Deswegen haben wir ja auch ein Interesse daran, dass die Stadt sauber gehalten wird.“ Coach Sven Tomanek fügt hinzu: „Wir sind beim nächsten Mal gern wieder dabei.“

Für einen weiteren Flashmob könne er sich vorstellen, zusätzlich Musik einzusetzen, um die Aktion noch deutlicher vom normalen Geschehen abzuheben. „Wir wollen vor allem die Unter-Dreißigjährigen erreichen, deswegen haben wir uns ein jüngeres Format ausgedacht“, sagt Julia Deppe. Zu Anfang habe sie den Eindruck gehabt, dass die Leute nicht verstehen, was passiert. „Aber ich glaube, viele kannten das Prinzip Flashmob und konnten das Ganze irgendwann einordnen.“

Die als Basketballkörbe verkleideten Mülltonnen sollen nun für eine Weile verwendet werden, um das Wegwerfen spielerisch zu gestalten. Welche Aktionen als nächstes geplant sind, verrät Julia Deppe nicht. „Wir wollen den Überraschungseffekt auf unserer Seite haben“, erklärt sie. Es darf also auch in Zukunft mit Aktionen dieser Art gerechnet werden – für ein sauberes Wuppertal.

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