Meterhohe Schrift an der Mauer. Der Staatsschutz ermittelt.

Die Moscheemauer war beschmiert.
Die Moscheemauer war beschmiert.

Die Moscheemauer war beschmiert.

Muhammed Sönmez

Die Moscheemauer war beschmiert.

Wuppertal. Eine böse Überraschung erlebten Donnerstagmorgen die ersten Beter in der Moschee an der Gathe: Auf der Mauer des Gebäudes war weithin sichtbar „AKP-Nutte“ zu lesen. Die Gemeinde erstattete Anzeige und entfernte die Buchstaben.

„Natürlich ist man enttäuscht“, sagt Ersin Özcan, Vorsitzender der Gemeinde und Landesvorsitzender des türkischen Moscheeverbands Ditib. „Wir müssen in letzter Zeit sowieso viel aushalten“, sagt er mit Blick auf die Diskussion um Ditib. Seit 35 Jahren machten sie gute Arbeit, das werde derzeit herabgewürdigt. Sie hätten die Schrift nicht diskutiert: „Bei uns in der Gemeinde gibt es keine politischen Äußerungen.“ Die AKP sei eine Partei in der Türkei, habe nichts mit ihrem Leben in Deutschland zu tun. Er fordere andere stets auf, sich für deutsche Parteien zu interessieren.

Die Polizei hat die Anzeige wegen Sachbeschädigung aufgenommen. Wegen eines möglichen politischen Hintergrunds ermittelt der Staatsschutz. Scharfe Kritik äußern die SPD-Landtagsabgeordneten Dietmar Bell, Andreas Bialas und Josef Neumann. Politische Kontroversen müssten Regeln folgen, so ein Anschlag liege „weit jenseits dieser Regeln“. Sie erklärten: „Ein Anschlag auf ein Gotteshaus ist ein Anschlag auf alle Gotteshäuser.“

Die Jugendlichen der Gemeinde planen für heute ab etwa 13.15 Uhr eine öffentliche Aktion: Sie wollen ein Banner mit den Worten „Unsere Gemeinde, unsere Stadt, unsere Heimat“ aufhängen, rufen auf, sich davor fotografieren zu lassen. Die Fotos wollen sie im Internet verbreiten.

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