Mit einem Tag der offenen Tür feiert der Modell-Eisenbahn-Club das 60-jährige Bestehen – und begeistert die Besucher.

Detailgetreu: So sah der Döppersberg in den 80ern aus. Das Modell ist eine exakte Nachbildung.
Detailgetreu: So sah der Döppersberg in den 80ern aus. Das Modell ist eine exakte Nachbildung.

Detailgetreu: So sah der Döppersberg in den 80ern aus. Das Modell ist eine exakte Nachbildung.

Uwe Schinkel

Detailgetreu: So sah der Döppersberg in den 80ern aus. Das Modell ist eine exakte Nachbildung.

Wuppertal. Ein paar Takte von der offenen Seite her, das wäre leichtes Spiel, und auch der Eintrittspreis ließe sich bequem von rechts oder links hinter die Scheibe schieben. Aber die Besucher halten sich an die Regeln und stehen brav vor dem Rest eines historischen Fahrkassenschalters aus Radevormwald, an dem Andreas Hölschen das Ambiente der 50er Jahre pflegt. "Zweifünfzig", sagt er. "Der kleine Mann da hat freien Eintritt."

Am 1. Februar 1950 fand sich der Modell-Eisenbahn-Club Wuppertal (MEC) zusammen, jetzt feierte er sein 60-jähriges Bestehen. "Zum Bahnsteig Richtung Wuppertal-Elberfeld" wies ein Schild, doch der Pfeil führte geradewegs in die 150 Quadratmeter großen Gemächer an der Hatzfelder Straße 90a, die taktlose Naturen als Hobbyräume bezeichnen würden.

In diesem Reich der Miniaturbahnen-Mitte fahren die Clubmitglieder sozusagen dreigleisig, denn sauber trennen sie die Spurweiten, an deren Spezialitäten Amateure nur rätseln, wenn nicht verzweifeln. Klar ist: Die Lok der einen passt nicht auf die Spur der anderen, aber das kennt man ja auch aus dem richtigen Leben.

Spurweite N wurde für Guido Ehmann das Maß aller Dinge, als er in 20-jähriger Arbeit den Döppersberg in seinem Keller nachbaute. "Die Ecke hier fehlt, weil da die Heizung im Weg war", erläutert der stellvertretende Vorsitzende Udo Korte den Einschnitt in Wuppertals Filetstück.

So also sah der Döppersberg in den 80er Jahren aus, denkt sich der interessierte Wuppertaler und betrachtet das Modell, das wahrlich vorbildlich nach Fotos rekonstruiert wurde. Der "Kaiserhof" hieß noch so und besaß auch noch seine Schwarz-Weiß-Fassade. Im Tal fuhr die Straßenbahn, während sich Busse bereits die Höhen hinaufschraubten.

43 Mitglieder zählt der MEC, 30 sind aktiv, während der Rest den Verein finanziell unterstützt. Nachdem schon der Gründungstag ein Mittwoch war, hat sich dieser Wochentag als traditioneller Clubabend gehalten.

Gäste hingegen sind auf die Tage der offenen Tür verwiesen, der nächste findet zu Pfingsten statt.

Ob Ehmanns Frau mit gleicher Begeisterung das Miniatur-Bahnhofsgelände betrachtete? MEC-Mitglied Stefan Schlüter weiß, dass es da gelegentlich Konflikte gibt. Er dagegen ist fein raus: Seine Frau Petra ist sogar laut Attest der Vereinskollegen sehr engagiert.

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