Nach wie vor ist unklar, wer sieben Aufzüge an den Bahnhöfen beschädigt hat – das Klima unterwegs wird immer rauer.

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Ein zerstörter Aufzug der Schwebebahn-Station Pestalozzistraße im Januar 2006.

Ein zerstörter Aufzug der Schwebebahn-Station Pestalozzistraße im Januar 2006.

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Ein zerstörter Aufzug der Schwebebahn-Station Pestalozzistraße im Januar 2006.

Nachdem unbekannte Täter am Sonntag zwischen 12.45 und 18.30 Uhr reihenweise Aufzüge der Schwebebahn beschädigt haben, setzen die Ermittler auf Zeugenhinweise. Wie berichtet, wurde ein Schaden von 20000 Euro angerichtet und jede Anlage für Wochen unbrauchbar macht.

"Das sind keine Aufzüge von der Stange", erklärt Holger Stephan, Sprecher der Wuppertaler Stadtwerke, auf Nachfrage der WZ. Dem entsprechend müssen Ersatzteile jetzt eigens angefertigt werden. Mit den Video-Kameras, die die Bahnsteige im Blick haben und ihre Bilder direkt an die WSW-Verkehrsleitstelle schicken, könne man die Aufzüge nicht überwachen.

Wenn, dann müsse man dazu eigene Videokameras installieren, die für Randalierer nicht zu erreichen sind und sie abschrecken. Im Fall von Zerstörungen können sie Bilder liefern, die sich zur Suche nach Tätern auswerten lassen.

Gängige Praxis ist das bereits seit 2002 in Linienbussen der WSW: Dort zeichnen Videokameras Bilder aus dem Innenraum auf und speichern diese für 24 Stunden. Danach werden die Aufnahmen überspielt. Stößt ein Busfahrer bei der Endkontrolle auf Sachbeschädigungen, kann man auf das Bildmaterial zurückgreifen, um den oder die Täter zu identifizieren.

Das gilt auch für Übergriffe gegen Fahrer oder Passagiere. Das Klima im Fahrbetrieb sei in den vergangenen Jahren rauer geworden, fügt Stephan hinzu. Meist bleibe es bei verbalen Angriffen.

Kameras in Bussen haben abschreckende Wirkung

An den Schwebebahnstationen Pestalozzistraße, Westende und Varresbecker Straße werden in großem Umfang Verglasungen beschädigt. Die WSW beziffern allein diese Schäden auf etwa 40 000 Euro.

Einmal mehr ist der Aufzug an der Kluse Ziel von Sachbeschädigungen. Diese Zahlen machen danach die Runde: Von 33 Aufzügen, die die Stadtwerke an der Schwebebahn betreiben, sind 21 beschädigt. Dort wurde so stark gegen die Scheiben getreten und geschlagen, dass das Glas gesprungen ist und über kurz oder lang ausgetauscht werden muss.

Allein für die Beseitigung solcher Schäden planen die Wuppertaler Stadtwerke 60 000 Euro pro Jahr ein und haben 3,5 Planstellen für Reparatureinsätze vorgesehen. Gerade auch am Aufzug neben der Schwebebahn-Station an der Kluse zeige sich das Ausmaß der Zerstörungswut, heißt es bei den WSW im November 2007.

Jeder Tür-Austausch am Aufzug Kluse kostet 4000 Euro. Immer wieder werden die Türen eingetreten und danach ersetzt, was jeweils sechs Wochen bis zur Anlieferung der Ersatzteile dauert.

Dass Videokameras in Bussen abschreckende Wirkung haben, wird immer wieder dokumentiert: Bereits 2004 - zwei Jahre nach Einführung - gingen die Schäden durch Vandalismus in Bussen nach WSW-Angaben um mehr als 50 Prozent zurück. Welche Bedeutung das hat, zeigen aktuelle Zahlen: Allein 2008 liefen bei den WSW Sachschäden von 160000 Euro auf - etwa 145000 Euro davon entfielen auf Linienbusse.

Dass die Zahlen nach wie vor hoch sind, liegt auch daran, dass bislang erst knapp die Hälfte der WSW-Flotte videoüberwacht ist. Ältere Busse umzurüsten, sei zu teuer, fügt Stephan hinzu, bei neuen sind die Kameras dagegen Standard. Im Durchschnitt müssen bei den WSW zweimal täglich Videobilder von Festplatten ausgewertet werden, um Sachbeschädigungen oder Übergriffe aufzuklären.

Die Tafeln der Schwebebahnaufzüge sind nach Angaben der WSW grundsätzlich vor Vandalismus sicher. "Im vorliegenden Fall jedoch hat jemand mit einem Werkzeug aus dem Fachhandel die Tox-Schrauben mit Sicherheitsstift entfernt, die Konsolen abgenommen, die Schaltung abgerissen und die Edelstahl-Abdeckungen weggeworfen", berichtet Stephan. "Diese haben wir alle gefunden und müssen jetzt sehen, inwieweit sie noch verwendbar sind."

Wie berichtet, prüfen die WSW jetzt Pläne, Aufzüge per Kamera zu überwachen. Zeugenhinweise an die Polizei: Telefon 284-0. » Pro und contra, S. 16

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