Nordbahntrasse: Ein Wachdienst sorgt für Sicherheit. Die WZ war beim Streifengang dabei.

Einsatzleiter Mike Moitzheim (Mitte) mit Yuri Vakula (links) und Dirk Idel (rechts) bei der Einsatzplanung für den Sicherheitsdienst.
Einsatzleiter Mike Moitzheim (Mitte) mit Yuri Vakula (links) und Dirk Idel (rechts) bei der Einsatzplanung für den Sicherheitsdienst.

Einsatzleiter Mike Moitzheim (Mitte) mit Yuri Vakula (links) und Dirk Idel (rechts) bei der Einsatzplanung für den Sicherheitsdienst.

Einsatzleiter Mike Moitzheim (Mitte) mit Yuri Vakula (links) und Dirk Idel (rechts) bei der Einsatzplanung für den Sicherheitsdienst.

Wuppertal. Fabian Lucius geht durch finsterste Nacht. Am Tag hat die Sonne den Asphalt aufgeheizt, am Abend hat es kurz geregnet. Der Asphalt dampft. Die Nebelschwaden formen Bilder, die sich sofort wieder auflösen. Dann hört Fabian Lucius ein Geräusch, leuchtet mit seiner Taschenlampe auf das Gebüsch neben ihm. Ein Augenpaar funkelt ihm entgegen. Entwarnung - nur eine Katze. Der Puls senkt sich wieder.

"Manchmal ist es wie in einem Horrorfilm."

Fabian Lucius Wachmann

"Manchmal ist es wie in einem Horrorfilm. Aber ein bisschen Adrenalin muss ja auch dabei sein", sagt der Wachmann mit der Gelassenheit, die für seinen Beruf wohl unerlässlich ist. Fabian Lucius ist seit Juli fast jede Nacht auf dem ersten Teilstück der Nordbahntrasse unterwegs. Er ist Teil des "Wachdienst Nordbahntrasse" des Wichernhauses. Jeden Tag sieht der Wachdienst in zwei Schichten zwischen 15 Uhr nachmittags und 5 Uhr morgens nach dem Rechten. Am Wochenende sogar rund um die Uhr.

Vor Einführung des Wachdienstes gab es häufig Probleme mit Jugendlichen, die nachts mit Graffitis die Nordbahntrasse beschmierten. Die Scheiben eines Baggers wurden eingeschlagen und Betrunkene hinterließen oft ihren Müll auf der Trasse: Zerbrochene Flaschen, die am darauffolgenden Tag zur Gefahr für Kindergartengruppen und Schulklassen werden konnten.

Das hat auch Fabian Lucius schon erlebt. "Am vergangenen Freitag mussten wir sogar die Polizei einschalten", erzählt der Wachmann. Eine Gruppe Jugendliche hatte zunächst friedlich einige "Alkopops" zu sich genommen. Dann brach Streit aus, der schnell eskalierte. Lucius erinnert sich: "Schon von Weitem haben wir Schreie und zerschellende Flaschen gehört."

Viele Trassenbesucher sind einsichtig - nicht alle

Solche Eskalationen sind aber die Ausnahme. "Generell sind die Menschen hier sehr einsichtig, wenn wir sie ermahnen müssen", sagt Veit Menzerath vom Wichernhaus. Das hänge auch mit dem positiven Image zusammen, das die Nordbahntrasse bei allen Wuppertalern genieße, ist er sicher.

20 Sicherheitskräfte beschäftigt das Wichernhaus zurzeit in seinem "Wachdienst Nordbahntrasse". Die Arge finanziert die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit.

Auch nach Fertigstellung der Nordbahntrasse soll der Sicherheitsdienst weiter bestehen. Da die Baucamps dann nicht mehr bewacht werden müssen, will man sich auf die Patroulliengänge konzentrieren. Zudem sollen in den dunklen Tunneln Kinder auf ihrem Schulweg begleitet werden.

Alle Wachmänner haben Erste-Hilfe-Kurse belegt und ihre Fahrräder sind mit Erste-Hilfe-Koffern ausgestattet. Größere Verletzungen bei Tassenbesuchern blieben bisher aber aus.

Und so ist die vorderste Aufgabe des "Wachdienst Nordbahntrasse" zurzeit auch die Bewachung der Baumaterialien, die in zwei Baucamps - zugleich die Basislager des Wachdienstes - entlang der Trasse lagern. Dass die Sorge um die Materialien berechtigt ist, zeigte sich einige Tage nach Einführung der Wache: In einer Nacht im Juli brachte sich ein Lkw mit Kranarm in Position, Metallteile von der Baustelle aufzuladen. Ein Schrotthändler wollte sich ein paar Euro verdienen. Als er die Sicherheitskräfte sah, suchte er das Weite.

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