Stadt und Mieterbund vereinbaren engere Zusammenarbeit für die Zukunft.

Wuppertal. Entsteht der Stadt Wuppertal und damit dem Steuerzahler jährlich ein Schaden von mehren hunderttausend Euro, weil große Wohnungsgesellschaften zu hohe Mietnebenkosten abrechnen? Diesen Vorwurf erhebt der Wuppertaler Mieterbund und fordert: "In Zusammenarbeit mit der Stadt muss verhindert werden, dass unseriöse und kapitalgierige Wohnungsgesellschaften die Mieter ausnutzen und überzogene Mietkosten für Hilfeempfänger von der öffentlichen Hand kassieren."

Konkret geht es um Hartz-IV-Empfänger, deren Wohnkosten von Bund und Stadt getragen werden. So muss Wuppertal etwa die Heizkosten für die Hartz-IV-Empfänger zahlen. Werner Foltin, Vorsitzender des Mieterbundes, behauptet, dass etwa 50Prozent der Nebenkostenabrechnungen falsch und zu hoch seien. Dies habe die Überprüfung bei zahlreichen Wuppertaler Mietern ergeben.

"Die versuchen rauszuholen, was rauszuholen ist."

Werner Foltin, Vorsitzender des Wuppertaler Mieterbundes

Foltin bezieht sich damit auf Wohnquartiere, in denen auch viele Hartz-IV-Empfängern leben, etwa der Schmitteborn, der Rehsiepen in Ronsdorf und die Höhe in Vohwinkel. So berichtet er etwa davon, dass die Kosten für eine Gebäudeversicherung von einer dieser Firmen mit 400 Euro pro Jahr angegeben und umgelegt worden seien. Bei einem vergleichbaren Gebäude der GWG in Wuppertal betrügen die Kosten für eine solche Versicherung erstaunlicherweise jedoch nur 125 Euro.

Um weitere Beispiele von zu hohen Nebenkosten ist der Mieterbund nicht verlegen: So berichtet Bruno Wortmann, er kümmert sich für den Mieterbund speziell um den Rehsiepen, dass bei einigen Mietern der Warmwasseranteil der Heizung mit 50 Prozent kalkuliert worden sei, erlaubt seien jedoch nur 35 Prozent.

Vorsitzender Foltin macht eine einfache Rechnung anhand eines Praxisbeispiels auf: In Wuppertal wurden in einem Gebäude mit 99 Wohneinheiten die Nebenkosten pro Quadratmeter um 4,55 Euro zu hoch angesetzt. Bei einer Durchschnittsgröße von 68 Quadratmetern ergab dies Mehrkosten von mehr als 30.000 Euro im Jahr, die die Stadt zu zahlen hatte.

Laut Foltin gibt es einen einfachen Grund, weshalb die Unternehmen an den Nebenbkosten drehen und nicht an der eigentlichen Miete: Diese ist durch den Mietspiegel gedeckelt. "Die versuchen rauszuholen, was rauszuholen ist", sagt der Vorsitzende.

Gestern Mittag hat er sich mit Stadtentwicklungsdezernent Frank Meyer und Sozialdezernent Stefan Kühn getroffen. In diesem Gespräch ging es auch darum, wie Stadt und Mieterbund gemeinsam gegen zu hohe Kosten zu Lasten des Steuerzahlers vorgehen können. Im Gespräch mit der WZ erklärte Kühn, dass mit dem Mieterbund für die Zukunft eine intensivere Zusammenarbeit vereinbart worden wenn. Der Mieterbund wird die Stadt in Zukunft informieren, wenn Kosten falsch sind, so dass die Verwaltung eingreifen kann. Laut Kühn werden die Mitarbeiter schon heute geschult, um falsche Abrechnungen zu erkennen.

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