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Andreas Fischer

Wuppertal. Ein 39 Jahre alter Türke ist am Freitag vor dem Landgericht wegen versuchten Totschlags zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Bewährung ist somit ausgeschlossen. Wie berichtet, soll er einem Kioskbesitzer (31) mehrere Stichwunden am Hals zugefügt haben.

Motiv Geldgier: Der Angeklagte soll 4000 Euro geraubt haben

Das mutmaßliche Opfer trat im Prozess als Nebenkläger auf. Im Zeugenstand sagte der Kioskbesitzer aus, der Angeklagte sei eigentlich sein Freund. Man habe gemeinsam in einem Auto gesessen, das an der Benzstraße am Arrenberg gestanden habe, und ein persönliches Gespräch geführt. Nach einem Bruderkuss zum Abschied habe der Freund plötzlich das Teppichmesser gezückt und ihn in einem Handgemenge mehrfach in den Hals gestochen. Er teile die Ansicht der Staatsanwaltschaft, dass der Angeklagte versucht habe, ihn wegen der Tageseinnahmen von mehr als 4000 Euro zu töten, die sich auf dem Rücksitz des Autos befunden hätten.

Teilgeständnis: Keine Erinnerung an die Messerstiche

Der Angeklagte hatte im Prozess eingestanden, dass es zu einer Auseinandersetzung gekommen war. An den vorgeworfenen Messereinsatz habe er aber keine Erinnerung. Auch von versuchtem Totschlag könne keine Rede sein: „Wegen Geld bringt man doch niemanden um“, sagte der 39-Jährige.

Das Gericht sah den Tathergang anders: Es folgte der Anklage der Staatsanwaltschaft, wonach es nur Zufall gewesen sei, dass keiner der insgesamt vier Messerstiche die Halsschlagader des Kioskbesitzers getroffen habe. Der Angeklagte befindet sich weiter in U-Haft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.