Geschäftsführer der St.-Anna-Klinik stand vor einem Jahr im Blickfeld der Medien.

Fischer, A. (f22), Bild 1 von 2

Wuppertal. Vor wenigen Tagen stellte der Klinikverbund St. Antonius und St. Josef André Meiser als neuen Geschäftsführer der St.-Anna-Klinik vor. Neben seiner Aufgabe in Wuppertal wird Meiser weiterhin als Geschäftsführer der St.-Vinzenz-Klinik in Köln tätig sein, die vor einem Jahr bundesweit in die Schlagzeilen geriet. Damals lautete der Vorwurf, die katholische Klinik habe einem Vergewaltigungsopfer die Behandlung verweigert.

„In vielen Presseberichten ist Anfang 2013 der Eindruck entstanden, die beiden Kölner Krankenhäuser hätten eine mutmaßlich vergewaltigte Frau persönlich abgewiesen oder ihr medizinische Soforthilfe verwehrt. Richtig ist: Es hat in keinem der beiden Häuser einen persönlichen Arzt-Patienten Kontakt gegeben. Die Erstversorgung hatte bereits in der Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung stattgefunden“, erklärt Meiser auf Anfrage der WZ.

Verordnung der Pille danach wurde vom Kardinal neu bewertet

In Interviews hatte Meiser vor einem Jahr bedauert, dass von Ärzten in der St. Vinzenz-Klinik Handlungsempfehlungen der klinischen Ethikkommission in Bezug auf die Verordnung der Pille falsch interpretiert worden seien. Deshalb sei es damals zu Missverständnissen gekommen. Das Geschehen habe deutlich gemacht, wie wichtig eine klare Kommunikation sei. „Hier ist mehr Transparenz erforderlich, damit Entscheidungen nachvollziehbar sind und mitgetragen werden können. Das ist mir auch in meiner neuer Funktion hier in Wuppertal ein wichtiges Anliegen“, sagt Meiser.

Dem klinischen Ethikkomitee der Hospitalvereinigung, die Anfang November 2012 eine Stellungnahme für die Behandlung und Versorgung bei einem Sexualdelikt verabschiedet hatte, habe er nicht angehört. Die Handlungsempfehlung der Ethikkommission sei zum Zeitpunkt des Geschehens noch nicht ausreichend kommuniziert worden. Sie habe aber bereits im November 2012 eine vollumfängliche Beratung und Behandlung von Opfern von Sexualdelikten vorgesehen. Dass Kardinal Meisner im Februar 2013 eine Neubewertung der Pille danach vorgenommen habe, werde ausdrücklich begrüßt.

 13,4 Millionen Euro will der Klinikverbund St. Antonius und St. Josef am Standort des Petrus-Krankenhauses an der Carnaper Straße in Barmen in einen Neubau für die
St.-Anna-Klinik investieren. Entstehen soll dort eine neue Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe als neues Eltern-Kind-Zentrum für die Region.
 

Wie der personelle Umbau im Detail aussehen wird, ist nicht bekannt. Es sollen mehr als 70 Vollzeitstellen abgebaut werden.
 

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