Der Umbau der ehemaligen Druckerei am Kleinen Werth lässt die Tafel wachsen.

Tafel
In den sanierten Tafel-Räumen: Beim Tag der offenen Tür präsentierten die Mitarbeiterinnen Irmhild Albrowski und Cotina Kielhorn (v. li.) das Kindersachen-Angebot.

In den sanierten Tafel-Räumen: Beim Tag der offenen Tür präsentierten die Mitarbeiterinnen Irmhild Albrowski und Cotina Kielhorn (v. li.) das Kindersachen-Angebot.

Uwe Schinkel

In den sanierten Tafel-Räumen: Beim Tag der offenen Tür präsentierten die Mitarbeiterinnen Irmhild Albrowski und Cotina Kielhorn (v. li.) das Kindersachen-Angebot.

Wuppertal. Volle Bücherkisten, schwer behängte Garderobenständer und lange Wühltische – der Anblick weckt Kauflust. Weil Shopping nicht nur ein Bedürfnis wohlsituierter Bürger ist, kann man das Sozialkaufhaus der Wuppertaler Tafel nur begrüßen. Dank der großzügigen Erweiterung um die ehemalige Druckerei am Kleinen Werth lässt sich das Angebot jetzt auf attraktive Weise präsentieren. Dort gibt es, wie Wolfgang Nielsen sagt, „Ware für Kleines“.

Nielsen hat vor 24 Jahren mit dem Allgemeinen Hilfskreis den Grundstein für die Tafel gelegt, deren Vorsitzender er heute ist. Am Samstag zeigte er an einem Tag der offenen Tür interessierten Besuchern sein erweitertes Reich.

Zunächst habe er die ehemalige Druckerei nur mieten wollen. Dann sei ein Kauf im Gespräch gewesen. Am Ende stand eine Schenkung durch Jürgen Hagenkötter von der GEBA-Immobilien, der es nicht gelungen war, das Haus zu vermarkten.

Dass man bei einer Schenkung nicht sogleich zugreifen will, wirkt zunächst befremdlich. Hintergrund ist die Tatsache, dass ein aufwendiger Umbau erforderlich war. 300.000 Euro durch die Jackstädt-Stiftung und zahlreiche Kleinspenden machten es schließlich möglich, die Arbeit in Angriff zu nehmen. Ausgeführt wurde sie in Kooperation mit der Arge durch Arbeitskräfte der Gesellschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung mbH (GBA). Da sei durchaus auch mal was schiefgelaufen, sagt Nielsen. Mauern, die am einen Tag hochgezogen wurden, mussten am nächsten wieder abgerissen werden. Letztlich sei der Umbau aber nur auf diese Art bezahlbar gewesen.

Der Zugewinn an Fläche beläuft sich auf 2500 Quadratmeter, womit die Tafel ihr Areal verdoppelt hat. Ausgebaut wurde auch die Kindertafel, die ehemals nur eine kleine Ecke im großen Speisesaal einnahm. In den sehr freundlich gestalteten neuen Räumen ist nicht nur die Versorgung mit Mahlzeiten, sondern auch Betreuung bis hin zur Hilfe bei Hausaufgaben möglich.

Thomas Lenz von der Arge freut sich indessen, dass die Kapazität der Kindertafel bei weitem nicht ausgeschöpft wird. Durch das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes sei es heute möglich, die Kinder in den Schulen mit Mahlzeiten zu versorgen. Dennoch bleibt die Tafel in den Ferien eine Anlaufstelle für bedürftige Kinder.

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