Die Stadt will 2018 260 000 Euro für das „Netzwerk Frühe Hilfen“ geben und verdoppelt damit die Finanzierung des Landes.

Die Stadt will 2018 260 000 Euro für das „Netzwerk Frühe Hilfen“ geben und verdoppelt damit die Finanzierung des Landes.
Freut sich über die bessere Finanzierung: Elke Stapff vom städtischen Familienbüro und Koordinatoren des Netzwerks.

Freut sich über die bessere Finanzierung: Elke Stapff vom städtischen Familienbüro und Koordinatoren des Netzwerks.

Andreas Fischer

Freut sich über die bessere Finanzierung: Elke Stapff vom städtischen Familienbüro und Koordinatoren des Netzwerks.

Vor anderthalb Jahren schlugen die Freien Träger Alarm: Das Geld zur Unterstützung junger Familien mit besonderem Hilfebedarf reiche nicht. Das „Netzwerk Frühe Hilfen“, das sich um solche Familien kümmert, erreiche nur rund 100 Familien im Jahr - Hilfe nötig hätten aber 300 bis 450. Das Land hat jetzt seine Finanzierung von 262 000 Euro auf 270 000 Euro aufgestockt. Und die Stadt will nun erstmals einen größeren Betrag dazugeben: 260 000 Euro für 2018, insgesamt eine halbe Million Euro in den kommenden zwei Jahren.

Diese gute Nachricht brachte Sozialdezernent Stefan Kühn zum Netzwerktreffen Frühe Hilfen mit. Im Katholischen Stadthaus trafen sich rund 50 Vertreterinnen und Vertreter der Einrichtungen und Organisationen, die im Netzwerk Frühe Hilfen zusammenarbeiten.

Das Geld soll vor allem in die Arbeit der Familienhebammen gehen

„Der Start des Lebens hat große Bedeutung für die weitere Entwicklung im Leben“, erklärte Kühn. Daher hätten sie entschieden: „Wir müssen die Frühen Hilfen zu einem Schwerpunkt im Haushalt machen.“ Das sei auch ein Bestandteil der Prävention und des Bündnisses gegen Armut, das Oberbürgermeister Andreas Mucke initiiert habe.

Stadt und Freie Träger haben seit 2012 ein breites Netz geknüpft, um junge Familien mit Problemen frühzeitig zu unterstützen. Darin arbeiten unter anderem Schwangeren-Beratungen, Familienhebammen, Bildungsstätten, Nachbarschaftsheim und Alte Feuerwache, Diakonie, Caritas und Jugendamt eng zusammen. Zur Arbeit gehört zum Beispiel Besuche von Müttern direkt nach der Geburt in der Klinik, Besuche bei Familien mit Neugeborenen – um nach Hilfebedarf zu fragen und Unterstützung anzubieten.

Die jungen Familien werden auf Unterstützungsangebote hingewiesen, erhalten tatkräftige Hilfen durch Familienhebammen oder Kinderkrankenschwestern und Infomaterial.

Familienhebammen kümmern sich nicht nur um die Versorgung von Müttern und Neugeborenen, sondern um die ganze Familie und das bis zu einem Jahr nach der Geburt.

Drei Vollzeitstellen für Familienhebammen bei Freien Trägern werden über die Gelder der Frühen Hilfen finanziert – lange nicht genug: 2016 mussten sie 117 Familien abweisen. Daher sei geplant, die erhöhten Zuschüsse vor allem in die Arbeit mit Familienhebammen zu stecken, erklärt Elke Stapff vom städtischen Familienbüro, die das Netzwerk koordiniert. Sie stellte beim Netzwerktreffen zudem die Aktivitäten des Netzwerks im laufenden Jahr vor.

Dazu gehörte unter anderem die Entwicklung der „Orangen Mappe“, die Eltern kranker Babys helfen soll, sich bei Hilfsangeboten zu orientieren. Der Arbeitskreis Hebammen knüpfte Kontakte zu anderen Gesundheitsberufen und hat sich erweitert. Neu ist ein Arbeitskreis Sucht. Vorgestellt wurden Projekte, die in den Bereich Frühe Hilfen fallen wie „Talengel“ – Betreuerinnen für Geschwister kranker Babys – und „75 Familien plus“, bei dem 75 Wichlinghauser Familien begleitet werden sollen. Auch drei Projekte Freier Träger mit ehrenamtlichen Helfern für junge Familien stellten sich vor.

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