ÖPNV und Fahrrad statt Auto: Das Wuppertal Institut forscht zum Thema Mobilität.

ÖPNV und Fahrrad statt Auto: Das Wuppertal Institut forscht zum Thema Mobilität.
Das Wuppertal Institut am Döppersberg. Archiv

Das Wuppertal Institut am Döppersberg. Archiv

Anna Schwartz

Das Wuppertal Institut am Döppersberg. Archiv

Die Mobilität von Betrieben verändern – das will das Wuppertal Institut, ganz praktisch, aber auch theoretisch. Dazu läuft seit April – und bis Ende 2019 – ein durch EU- und Landesmittel gefördertes Forschungsprojekt mit dem Namen „BMMhoch 3 – Betriebliches Mobilitätsmanagement im Bergischen Städtedreieck“. Ein Pionierprojekt, das Mobilität von Betrieben und Quartiere zusammendenkt.

Das Ziel ist, die Mitarbeitermobilität, den Fuhrpark der Unternehmen und die Dienstreisen zu optimieren. Oscar Reutter vom Wuppertal Institut, der das Projekt leitet, sagt, die Mitarbeiter könnten so Kosten sparen (wie auch die Betriebe), sich mehr bewegen, zufriedener sein, weniger Ärger wegen der Parkplätze haben –und dazu sei es gut für die Umwelt. Weil eben die Mobilität vom Pkw auf den ÖPNV, das Rad oder Pedelec oder auf die Füße umgestellt werden soll. Aber wenn es keine vernünftige Alternative zum Auto gibt, dann werde die auch nicht aufgedrängt, sagt er. Das Projekt sei ergebnisoffen, „unverkrampft, aber mit Andrang“, sagt Reutter.

Welche Betriebe mitmachen können, hängt vom Standort ab

Aber es geht nicht nur um die Betriebe und Mitarbeiter. Es geht auch um deren Umgebung. Denn welche Betriebe mitmachen können, hängt auch vom Standort ab. Sieben Standorttypen gibt es, verteilt auf die drei Bergischen Städte. So geht es etwa um ein Gewerbegebiet am Rande Remscheids, das „Großunternehmen mit Nachbarschaft“, das etwa durch die Barmenia vertreten ist, „Mischgebiete“ wie den Arrenberg, die Rathäuser mit Umfeld (alle drei Verwaltungen nehmen teil) und „innerstädtische Bürogebiete“ wie die Ohligsmühle.

Die Anforderungen sind unterschiedlich, die zu erwartenden Ergebnisse auch. Aber, so hofft Reutter, alle Orte und Betriebe sollten Potenzial haben, weniger auf das Auto angewiesen zu sein. Gleichzeitig soll die Umstellung positive Folgen für die Quartiere haben – wenn etwa mehr Firmen den Fuhrpark reduzieren und stattdessen mehr auf Carsharing setzen und so auch das Angebot in der Nachbarschaft verbessern.

Im ersten Halbjahr 2018 sollen „Meter gemacht“ werden, sagt er. Dann sollen alle Betriebe in die Analyse gehen und erste Vorschläge gemacht werden können, basierend auf den Standortfaktoren der Umgebung.

An dem Projekt können insgesamt 30 Firmen teilnehmen. Sie bekommen kostenfrei eine Analyse ihrer betrieblichen Mobilität und eine Erstberatung, was man wie ändern könnte. Passend zur Vorweihnachtszeit nennt Oscar Reutter vom Wuppertal Institut das ein „Geschenk“. Aktuell gebe es noch zehn freie Plätze.

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