Schausteller beklagen hohe Umsatzeinbußen und sehen den Grund im Carnaper Platz. Dieser sei wegen vieler Löcher nicht begehbar.

Als Kirmes für die ganze Familie hat die Megakirmes einen guten Ruf. Archiv
Als Kirmes für die ganze Familie hat die Megakirmes einen guten Ruf. Archiv

Als Kirmes für die ganze Familie hat die Megakirmes einen guten Ruf. Archiv

Anna Schwartz

Als Kirmes für die ganze Familie hat die Megakirmes einen guten Ruf. Archiv

Barmen. „Die Bilanz ist katastrophal“, sagt Peter Fuhrmann, Vorsitzender des Schaustellervereins Wuppertal. Denn die Mega-Kirmes auf dem Carnaper Platz war für die Schausteller alles andere als mega. „Ich habe 70 Prozent weniger Umsatz gemacht als am Stadion“, sagt Fuhrmann. Er ist enttäuscht von den vier Tagen Kirmes in Barmen, weiß aber auch, woran es liegt, dass die Kirmes nicht lief.

„Der Platz ist nicht begehbar. Da sind Löcher drin, in denen man baden könnte, wenn es regnet“, erläutert er. Die Schausteller hätten auf eigene Kosten die Löcher mit Schotter zugeschüttet, aber das sei nur ein Provisorium gewesen. Zudem sei der Platz sehr staubig. Der Carnaper Platz habe zudem einen schlechten Ruf in der Bevölkerung. Bei Veranstaltungen in den vergangenen Jahren habe es öfter Randale gegeben.

Eine Rückkehr auf den Carnaper Platz soll es nicht geben

„Das galt hier als Asi-Kirmes, weil die Polizei teilweise zehnmal täglich angerückt ist“, erklärt Fuhrmann. Wenn ein Pulk von 30 Jugendlichen auf dem Platz auftaucht, bekämen Familien Panik und gingen nach Hause. Der Familientag am Montag, der eigentlich immer gut besucht werde, sei in diesem Jahr deshalb auch „mehr als enttäuschend“ für die Schausteller gewesen. Diese hatten Freitag, Samstag und Sonntag mit vier Sicherheitsleuten vorgesorgt. Am Montag waren nur noch zwei Securitymitarbeiter vor Ort, weil es nach Ansicht der Schausteller gut lief und es bis dahin keine Vorfälle gab. Montagabend musste die Polizei aber anrücken: Im Verlauf eines Streites auf der Kirmes verhielt sich ein 15-Jähriger aggressiv gegen Polizeibeamte (WZ berichtete). Er wurde in Gewahrsam genommen.

„Wir machen das nicht zum Spaß und diese Menschen machen uns das Geschäft kaputt“, sagt Fuhrmann. Seine Bilanz lautet deshalb: „Wir machen das nicht mehr auf dem Carnaper Platz.“ Der Carnaper Platz sollte ja nur ein Ausweichplatz sein, da am Stadion Bauarbeiten an der Fassade stattfinden.

Allerdings steht nach Auskunft einer Stadtsprecherin der Platz am Stadion auch im kommenden Jahr definitiv nicht zur Verfügung. Dann werden nämlich die Arbeiten an dem Kunstrasenplatz für das neue Jugendzentrum des WSV noch nicht abgeschlossen sein. Die Stadt gibt aber auch zu, dass das Stadion mit Anbindung an die Schwebebahn sicher besser zu erreichen sei als der Carnaper Platz. Unsicher sei aber, ob die künftig deutlich kleinere Fläche für die Kirmes überhaupt noch interessant sei. Das möchte die Stadt in Gesprächen noch klären.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer