Der Bunker aus dem 2. Weltkrieg soll ein neues Innenleben erhalten. Seit gestern ist der Vertrag unterzeichnet.  Archiv
Der Bunker aus dem 2. Weltkrieg soll ein neues Innenleben erhalten. Seit gestern ist der Vertrag unterzeichnet. Archiv

Der Bunker aus dem 2. Weltkrieg soll ein neues Innenleben erhalten. Seit gestern ist der Vertrag unterzeichnet. Archiv

Jürgen Altmann

Der Bunker aus dem 2. Weltkrieg soll ein neues Innenleben erhalten. Seit gestern ist der Vertrag unterzeichnet. Archiv

Wuppertal. Die beiden Brüder Markus und Thomas Riedel gehen in den Untergrund: In dem riesigen Bunker unter dem Döppersberg wollen die beiden Wuppertaler bis Ende 2018 einen Klub sowie einen Eventraum für kulturelle Veranstaltungen eröffnen. Der Bunker erstreckt sich vom Köbo-Haus bis zum Brausenwerth und soll über zwei separate Zugänge auf dem noch zu schaffenden Wupperpark Ost erreichbar sein.

„Die Verträge sind unterzeichnet“, sagte Rolf Volmerig, Geschäftsführer der Wuppertaler Wirtschaftsförderung. Das Projekt war europaweit ausgeschrieben worden, insgesamt gingen fünf Bewerbungen bei der Stadt ein. Das Konzept der beiden Wuppertaler setzte sich durch. „Was wir kaum zu hoffen wagten. Zwei Bewerbungen, darunter die  von Markus und Thomas Riedel, sahen sowohl eine Disco als auch einen Raum für kulturelle Veranstaltungen vor. Ein wichtiger Pluspunkt für die Riedels war der integrative Ansatz in Zusammenarbeit mit dem Info-Pavillon und dem Café Cosa“, erklärte Rolf Volmerig.

Die beiden  Riedels sind in der Stadt verwurzelt: Markus Riedel gehört seit dem Sommer 2016 dem Vorstand der Utopiastadt an, sein Bruder Thomas ist Firmenchef des weltweit operierenden Unternehmens Riedel Communications mit Firmensitz an der Uellendahler Straße. Und während Thomas Riedel zu Beginn seiner unternehmerischen Laufbahn im Eventmanagement tätig war, hat sein Bruder Markus, der lange Zeit in Berlin lebte, dort den „Record Store Hard Wax“ mitgegründet und gute Kontakte zur Berliner Klubszene.

„Da ist kein wirkliches Business-Projekt.“

Markus Riedel, Investor unter dem Döppersberg

Meterdicke Betonwände stehen dem Traum der beiden von einer Disco unter dem Döppersberg noch im Wege. Der Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, erbaut in den Jahren 1940 bis 1942, liegt sieben Meter unter der Erde. Die auf 1600 Quadratmeter verteilten kleineren Räume dienten in der Nachkriegszeit als Notunterkünfte. Zumindest über den Lärmschutz müssen sich die beiden Investoren keine Gedanken machen.

„Das ist kein wirkliches Business-Projekt, aber dafür soll es uns hoffentlich viel Spaß machen“, sagte  Markus Riedel. Details zum Umbau des Döppersberg-Bunkers will er erst im Rahmen einer Pressekonferenz bekanntgeben. Ein enger Zeitrahmen ist allerdings durch den Umbau des Döppersbergs vorgegeben.

Bis Ende 2018 müssen alle Arbeiten an der Oberfläche abgeschlossen sein. Das schreibt eine Vereinbarung vor, die von der Stadt Wuppertal mit dem Investor Signature Capital, der das Geschäftsgebäude für Primark baut, abgeschlossen wurde. „Unser Ziel ist es, Ende 2018 oben auf dem Platz fertig zu sein. Ob wir dann eröffnen können, werden wir sehen“, sagte Markus Riedel.

Über dem Bunker Döppersberg liegt eine Fläche, die zurzeit noch mit Containern und Baugeräten zugestellt ist – der zukünftige Wupperpark Ost. Im westlichen Teil in der Nähe des Köbo-Hauses plant die Stadt den Bau des neuen Info-Pavillons. Im östlichen Teil in Richtung Brausenwerth entsteht der Neubau für das Café Cosa, wo Suchtkranke nach dem Auszug aus dem Köbo-Haus eine neue Anlaufstelle und Zuflucht  finden sollen. „Ich freue mich auf eine gute Nachbarschaft zum Café Cosa und zum Wuppertal Marketing, zu denen ich gute Kontakte habe“, so  Riedel. Gut 4,5 Millionen Euro investiert die Stadt in die neuen Gebäude auf dem Wupperpark Ost. Mit der Vertragsunterzeichnung für die Nutzung des Bunkers sind die Planungen für den neuen Döppersberg abgeschlossen.

Nach Informationen der WZ wechselte der Döppersberg-Bunker für eine sechsstellige Summe den Besitzer. Vor der Vergabe hatte Rolf Volmerig erklärt, dass die drei aussichtsreichsten Bewerber keine typischen Investoren seien, denn mit Kultur sei nicht viel Geld zu verdienen. „100 000 Euro war das Mindestgebot, das wird auf jeden Fall erreicht“, sagte Volmerig im August auf eine Anfrage der WZ.

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