Die Landessynode wählte den Superintendenten in die Leitung der Landeskirche. Im Februar endet sein Dienst in Wuppertal.

Interview
Manfred Rekowski – hier auf der Landessynode mit Präses Nikolaus Schneider – gilt als Querdenker. Mit 35 wurde er 1993 zum jüngsten Superintendenten der rheinischen Kirche gewählt.

Manfred Rekowski – hier auf der Landessynode mit Präses Nikolaus Schneider – gilt als Querdenker. Mit 35 wurde er 1993 zum jüngsten Superintendenten der rheinischen Kirche gewählt.

Werner Jacken

Manfred Rekowski – hier auf der Landessynode mit Präses Nikolaus Schneider – gilt als Querdenker. Mit 35 wurde er 1993 zum jüngsten Superintendenten der rheinischen Kirche gewählt.

Wuppertal. Herr Rekowski, Sie sind 1982 zum Vikariat nach Barmen gekommen, haben 1986 Ihre erste Pfarrstelle in Wichlinghausen angenommen und sind seitdem im Tal. Fällt der Wechsel schwer?

Manfred Rekowski: Ich war sehr gerne in Wuppertal tätig, deshalb fällt mir der Weggang schwer. Aber die Herausforderung, in der Kirchenleitung mitzuarbeiten, reizt mich auch.

Was werden Sie vermissen?

Rekowski: Die Menschen, mit denen ich hier zusammengearbeitet habe. Die evangelische Kirche in Wuppertal hat ein gutes Team mit großem Potential, das sich bewegen lässt und viel bewegt.

„Was der Kirche im Rheinland bevorsteht, hat Wuppertal teilweise schon hinter sich.“

Sie haben Gemeinden fusioniert und den fusionierten Kirchenkreis übernommen. Welche Erfahrungen nehmen Sie mit?

Rekowski: Ich bringe aus Wuppertal viel Erfahrung mit Veränderungsprozessen mit. Manches, was der Kirche im Rheinland bevorsteht, hat Wuppertal teilweise schon hinter sich.

Was meinen Sie damit genau?

Rekowski: 30 Prozent weniger Mitglieder und 50 Prozent weniger finanzielle Mittel – es geht darum, die Kirche trotzdem zukunftsfähig zu machen. Wir haben derzeit rund 1800 Pfarrstellen, die wir deutlich reduzieren müssen. Es geht darum, das sinnvoll und verantwortungsvoll zu gestalten. Da bringe ich entsprechende Erfahrungen aus Wuppertal mit.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Rekowski: Ich bin sehr dankbar, an den Überlegungen zum Bau der Bergischen Synagoge mitgewirkt zu haben. Auch die ökumenische Zusammenarbeit bei der Schaffung des Stationären Hospizes war eine bereichernde Erfahrung. Und sicher ist die Mitarbeit an der Bildung des Wuppertaler Kirchenkreises ein herausragendes Ereignis.

„Ich möchte kollegial leiten.“

Vor welchen Herausforderungen steht Ihr Nachfolger?

Rekowski: In diesem Jahr wird zum Beispiel die Arbeit der Citykirche Elberfeld personell und konzeptionell neu aufgestellt. Aber auch die Frage der Kirchengebäude muss weiter überdacht werden.

Sie haben den Ruf eines Querdenkers. Wie bringen Sie frischen Wind in die Landeskirche?

Rekowski: Ich denke mit, indem ich Menschen und Situationen wahrnehme und hinhöre, was andere sagen. Dann suche ich kreative Lösungen. Mein Motto heißt aktives Gestalten statt Verwalten. Ich möchte keinen Wind machen, sondern kollegial leiten. Das wird auch ausdrücklich so gewünscht.

Sie verantworten den Bereich Personal. Gibt es dort Gestaltungsmöglichkeiten?

Rekowski: Die sind sicher gegeben. Ich bin einer von 16 Menschen in der Kirchenleitung, und wir müssen uns gegenseitig mit Argumenten überzeugen. Wuppertal gilt eher als Mikrokosmos mit schwierigen Rahmenbedingungen. Wenn man dort gestalten kann, dann sicher auch in der Landeskirche. In meinem Zuständigkeitsbereich geht es besonders um den zukünftigen Personaleinsatz. Wir brauchen Pfarrerinnen und Pfarrer, können aber auch auf qualifizierte Jugendmitarbeiter oder Kirchenmusikerinnen nicht verzichten.

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