Markus Rathke hat mit seinem Team Akzente in Hanau gesetzt. Das dortige Einkaufszentrum bietet mehr als die üblichen Entwürfe.

Markus Rathke hat mit seinem Team Akzente in Hanau gesetzt. Das dortige Einkaufszentrum bietet mehr als die üblichen Entwürfe.
Ein ungewöhnliches Einkaufszentrum hat der Wuppertaler Architekt Markus Rathke in Hanau-Steinheim geschafffen.

Ein ungewöhnliches Einkaufszentrum hat der Wuppertaler Architekt Markus Rathke in Hanau-Steinheim geschafffen.

Mario Andreya

Ein ungewöhnliches Einkaufszentrum hat der Wuppertaler Architekt Markus Rathke in Hanau-Steinheim geschafffen.

Wuppertal. So kann ein Einkaufszentrum und Nahversorgungszentrum also auch aussehen: Täglich staunen die Besucher des Rondo Hanau-Steinheim über den Ideenreichtum des Architekturbüros Rathke Architekten BDA. Auf der Fläche eines früheren Möbelhauses – in einem bis dahin gesichtslosen Gewerbegebiet am Stadtrand von Hanau – hat das Wuppertaler Büro ein Zentrum geschaffen, das mit seinem runden Parkplatz und seinem oval ausgeschnittenen Dach starke Akzente setzt.

„In der Nachbarschaft befindet sich kein einziges Gebäude, auf das wir uns hätten beziehen können. Also mussten wir uns auf uns selbst beziehen“, beschreibt Markus Rathke die Ausgangslage. Es ist ihm gelungen, denn als Architekt hat er nicht nur die Wünsche des Hanauer Oberbürgermeisters nach "etwas Besonderem" erfüllt, sondern auch den Geschmack des Investors getroffen. Nach acht Monaten Bauzeit wurde im Mai die Eröffnung gefeiert. Inzwischen ist das Rondo Hanau-Steinheim bei Baukosten von 20 Millionen Euro mit einer stattlichen Gewinnspanne an einen Duisburger Fonds weiterverkauft worden. „Das Rondo ist teuerer als die üblichen Projekte, aber es hat schnell einen großen Mehrwert erzeugt“, sagt Markus Rathke.

Ein weiteres Kapitel der Erfolgsgeschichte könnte hinzukommen, wenn das Wuppertaler Büro den Preis „Fachmarkt-Star“ gewinnt. Die Auszeichnung wird von einer Immobilienzeitung für gelungene Architektur in einem Segment ausgelobt, das bisher mehr durch eintönige Parkplatzlandschaften und kastenförmige Flachbauten aufgefallen ist.

Möglicherweise war gerade dies die besondere Herausforderung für Markus Rathke. Ausgangspunkt seiner Überlegungen war der ellipsenförmige Ausschnitt des Daches. „Da bleibt im Zentrum eine kreisförmige Fläche zurück, die als runder Parkplatz genutzt werden kann. Die ovale Form wird in der perspektivischen Verkürzung zum Kreis. Und im Zentrum des Kreises gibt es einen kleinen künstlichen See mit einem Seecafé“, beschreibt Rathke den Entwurf. Die Besucher würden die Kreisbewegung auf dem Weg zu einem der rund 500 Parkplätze erfahren, dann auf dem Fußweg zu den Geschäften unter der Kolonnade. Dabei ziehe der offene Raum die Blicke an, die Geschäfte spiegelten sich in den Glasfassaden. An der Einfahrt zu den Parkplätzen beträgt die Höhe der Innenkante des Rondos 4,50 Meter, am anderen Ende ist die Innenkantenhöhe zwölf Meter hoch.

Lob gibt es von Hanaus Oberbürgermeister

15 Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomiebetriebe sind auf einer Fläche von mehr als 12 000 Quadratmetern angesiedelt worden. „Das Rondo ist toll eingeschlagen“, freut sich Rathke. „Kein großes, anonymes Einkaufszentrum mit langen Fußwegen, sondern eine neue Form des Supermarktes um die Ecke“, lobt Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Der Platz im Inneren lasse sich vielseitig als Veranstaltungsfläche nutzen, ist Markus Rathke überzeugt. Wie zur Eröffnungsfeier, als die Autos draußen bleiben mussten.

In unmittelbarer Nachbarschaft des Rondos wird demnächst ein China-Restaurant eröffnet, das ebenfalls von dem Wuppertaler entworfen wurde. Auf 1000 Quadratmeter werden dort bald bis zu 400 Gäste Platz finden. Der Entwurf des Gebäudes knüpft an die Idee des Rondos an. Es hat die Form eines riesigen Reiskorns und verfügt über einen runden Gastraum, in dessen Zentrum ein runder Tisch mit einer Drehplattform steht. „Alles, was kurvenförmig ist, scheint eine unglaublich starke Wirkung zu entfalten“, sagt Markus Rathke.

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