Ab dem 13. März gibt es Filme und Bilder zu sehen sowie Lesungen zu hören. Ein großer Programmpunkt dreht sich um die deutsch-israelische Schauspielerin und Friedensaktivistin Channa Maron.

Opernhaus
Im Opernhaus wird das Literaturhaus die Saison mit der Ehrung der Schauspielerin Channa (Hanna) Maron eröffnen.

Im Opernhaus wird das Literaturhaus die Saison mit der Ehrung der Schauspielerin Channa (Hanna) Maron eröffnen.

Fischer, Andreas (f22)

Im Opernhaus wird das Literaturhaus die Saison mit der Ehrung der Schauspielerin Channa (Hanna) Maron eröffnen.

Wuppertal. Mit einer großen Veranstaltung, die Anne Linsel sehr am Herzen liegt, eröffnet das Literaturhaus das neue Jahr: Am Montag, 13. März, wird im Opernhaus die große deutsch-israelische Schauspielerin Channa (Hanna) Maron geehrt. „Ich habe sie 1995 in Wuppertal kennen gelernt, als Holk Freytag sie als Hekabe in den Troerinnen besetzte“, erzählt die Vorsitzende des Literaturhauses. Für Channa Maron, die vor den Nazis nach Israel fliehen musste, war das damals der erste Auftritt in Deutschland.

Obwohl sie bei einer Zwischenlandung auf dem Weg nach England 1970 in München Opfer eines Palästinenser-Anschlags wurde und einen Fuß verlor, setzte sie dennoch auf Versöhnung. „Sie war eine engagierte Friedensaktivistin“, sagt Anne Linsel beeindruckt. Sie begleitete die große Dame des israelischen Schauspiels bei ihrem ersten Deutschlandbesuch mit der Kamera. In Berlin besuchte sie mit ihr die Orte, an denen „Hannele“ in den 30er Jahren als Kinderstar erfolgreich war.

Der Film wird im Kronleuchter-Foyer des Opernhauses gezeigt, aber auch die Zeichnungen von Barbara Yelin und David Polonsky. Beide haben gemeinsam das Leben Channa Marons in Bildern dargestellt. Das Goethe-Institut hatte die Comic-Biografie in Auftrag gegeben. Derzeit sind sie auf großen Wandtafeln im Fuhlrott-Gymnasium zu sehen und werden für den Abend ins Opernhaus transportiert. Dort wird auch das Buch „Vor allem eins: Dir selbst sei treu“ präsentiert, das die ausdrucksvollen Comics und auch einen Text von Anne Linsel enthält.

Direkt einen Tag später geht die Reihe „Wuppertaler/innen stellen ein Buch ihrer Wahl vor“ weiter. Jochen Rausch, Programmchef von 1 Live, liest ab 19.30 Uhr am 14. März im Literaturhaus aus einem Buch, das ihn beeindruckt hat. Im weiteren Jahr werden unter anderem Lutz-Werner Hesse (Leiter der Wuppertaler Musikhochschule), Urs Kaufmann (ehemaliger Pina Bausch-Tänzer), Christian Esch (Leiter des NRW-Kultursekretariats) und die Künstlerin Renate Löbbecke Bücher präsentieren, die ihren Lebensweg geprägt haben.

„Aus finanziellen Gründen können wir im Moment jedoch nur einen schreiben.“
Anne Linsel, Vorsitzende des Literaturhauses zu den Plänen, wieder einen Schulhausroman zu schreiben

Michael Zeller spricht am 5. April im Literaturhaus über seine literarischen Erfahrungen in der Ukraine. In Russland war der in Wuppertal aufgewachsene Reisejournalist und Autor Stephan Orth. Er schildert am 4. Mai, 19.30 Uhr, die Eindrücke auf seiner Reise und zeigt dazu Bilder. In Kooperation mit der Bergischen Universität stellt im Juli der Literaturwissenschaftler Peter-André Alt seine neue Biografie „Sigmund Freud – der Arzt der Moderne“ im Literaturhaus vor.

Aktion „Kunsthochdrei“ wird fortgeführt

Der Abend zu Ehren von Channa Maron findet am Montag, 13. März, um 19 Uhr im Kronleuchter-Foyer des Opernhauses, Kurt-Drees-Straße, statt. Das Literaturhaus hat rund 200 Mitglieder und organisiert etwa 20 literarische Veranstaltungen im Jahr. Ab nächster Woche steht das Programm des Literaturhauses im Internet unter literaturhaus-wuppertal.de

Sehr erfolgreich läuft weiterhin die literarische Teezeit im Skulpturenpark Waldfrieden. „Da müssen wir jedes Mal Leute nach Hause schicken, weil dort nur 50 Gäste hineinpassen“, bedauert Anne Linsel. Die Termine stehen jedoch noch nicht fest. Ebenfalls regelmäßig ausgebucht ist die Gemeinschaftsaktion „Kunsthochdrei“ mit dem Von der Heydt-Museum und der Musikhochschule. Auch hier lassen sich im zehnten Jahr die Organisatoren spannende Beiträge aller drei Sparten einfallen. Im Herbst plant das Literaturhaus wieder einen Schulhausroman. Mehrere Schulen haben sich bereits beworben. „Aus finanziellen Gründen können wir im Moment jedoch nur einen schreiben“, bedauert Anne Linsel.

Durch neue Kooperationen, etwa mit dem Team vom Bahnhof Mirke, will sie ein jüngeres Publikum ansprechen. Außerdem finden im Literaturhaus noch die Werkstattlesungen des Verbands Deutscher Schriftsteller statt. So gibt es mindestens alle zwei Wochen Literatur im Haspelhaus. Und im Mai und im Herbst soll die Literaturzeitschrift „Karussell“ wieder erscheinen.

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