Musik und fiktive Monologe widmen sich am Sonntag unter anderem Katharina Luther, der Frau des Reformators.

Musik und fiktive Monologe widmen sich am Sonntag unter anderem Katharina Luther, der Frau des Reformators.
Rita Reineke, Iris Rauhaus und Elisabeth Stoffels-Noll (v.l.) sind am Sonntag zu Gast in der Wichlinghauser Erlöserkirche.

Rita Reineke, Iris Rauhaus und Elisabeth Stoffels-Noll (v.l.) sind am Sonntag zu Gast in der Wichlinghauser Erlöserkirche.

Stefan Fries

Rita Reineke, Iris Rauhaus und Elisabeth Stoffels-Noll (v.l.) sind am Sonntag zu Gast in der Wichlinghauser Erlöserkirche.

Wuppertal. Ein ungewöhnlicher Beitrag zum Reformationsjahr ist diesen Sonntag, 23. Juli, um 18 Uhr in der Wichlinghauser Erlöserkirche zu erleben. Mit Katharina Luther widmet sich der Abend „...und jetzt rede ich“ unter anderem der Frau des Reformators, dessen Thesenanschlag in Wittenberg vor 500 Jahren bekanntlich Geschichte schrieb. Dabei bringt das Ensemble recitando neben musikalischen Beiträgen zwei fiktive Monologe der Schriftstellerin Christine Brückner zu Gehör - einer zur „Lutherin“, der zweite zu Christiane von Goethe.

„Beide Frauen standen im Schatten ihrer Männer“, sieht Rezitatorin Rita Reineke durchaus Gemeinsamkeiten zwischen Katharina, 1499 als Katharina von Bora geboren, und Christiane Vulpius, die rund 300 Jahre später die Ehefrau Johann Wolfgang Goethes wurde. Die freie Schauspielerin wird beide Texte sprechen, während Iris Rauhaus (Klavier) und Elisabeth Stoffels-Noll (Gesang) passende Musikstücke vortragen: Rund um Teil eins gibt es Werke aus Luthers Lebenszeit, während nach der Pause Musik des 19. Jahrhunderts erklingt, unter anderem von Fanny Hensel. Wie hier galt generell als Prinzip zur Titelauswahl, ins Programm vorwiegend Komponistinnen aufzunehmen.

Historische und literarische Frauenfiguren

Das Ensemble „recitando - Lied und Literatur“ gestaltet seit Jahren musikalisch-literarische Programme. Der heutige Fokus auf weibliche Komponisten entspricht dem Ansatz von Christine Brückners Buch, dem die Texte entnommen sind: Unter dem Titel „Wenn du geredet hättest, Desdemona“ stellt die Schriftstellerin historische und literarische Frauenfiguren ins Zentrum. Die fiktiven Monologe variieren bekannte, männerdominierte Überlieferungen - mit Schärfe und dramatischem Können. Und so gibt auch der heutige Abend sicher Gelegenheit, einmal etwas andere Facetten zum Lutherjahr zu hören.

Die Erlöserkirche ist das Gotteshaus der evangelisch-lutherischen Gemeinde Wichlinghausen an der Stahlstraße „Wenn du geredet hättest, Desdemona“ erschien 1983 mit dem Untertitel „Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“. Die „nicht-gehaltenen“ Monologe geben auch Gudrun Ensslin ebenso bühnenreif eine Stimme wie der literarischen Figur Effi Briest.

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