An der Rudolfstraße ist das Wohnprojekt der Zukunft an den Start gegangen.

Zimmer mit Aussicht: lebendiges Wohnen an der Wupper will ein lebenslanges Wohnen in den eigenen vier Wänden ermöglichen – und das im Umfeld gegenseitiger Unterszützung.
Zimmer mit Aussicht: lebendiges Wohnen an der Wupper will ein lebenslanges Wohnen in den eigenen vier Wänden ermöglichen – und das im Umfeld gegenseitiger Unterszützung.

Zimmer mit Aussicht: lebendiges Wohnen an der Wupper will ein lebenslanges Wohnen in den eigenen vier Wänden ermöglichen – und das im Umfeld gegenseitiger Unterszützung.

Uwe Schinkel

Zimmer mit Aussicht: lebendiges Wohnen an der Wupper will ein lebenslanges Wohnen in den eigenen vier Wänden ermöglichen – und das im Umfeld gegenseitiger Unterszützung.

Wuppertal. Ein bisschen wie Sterben sei der Abschied, heißt es. Wilhelm Wegener, Mitglied des Vereins "Lebendiges Wohnen an der Wupper" (LeWo), wurde sich dieser Tatsache bewusst, als am 29. Januar 2009 bei ihm die Umzugswagen anrückten: "Seit Wochen hatte ich Abschied von Haus und Garten genommen und versucht, 37 Jahre Freude, Mühe und Plage vergessen zu machen", schreibt er wehmütig in ein kleines Tagebuch. Inzwischen ist er "glücklich, hier zu sein".

Bis zum Lebensende in der eigenen Wohnung

"Hier", das ist das ehemalige Schwesternheim der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) an der Rudolfstraße, das mit Trauern rein gar nichts zu tun hat, sondern nun Wuppertals erste Adresse eines zukunftsweisenden Wohnprojekts ist. Das vorrangige Vereinsziel besteht darin, bis zum Lebensende in der eigenen Wohnung zu bleiben und sich dabei auf ein stabiles soziales Netz mit gegenseitiger Hilfestellung zu stützen. "Mein Herz brennt vor Freude", sagte VEM-Generalsekretär Fidon Mwombeki, als das Haus am Samstag offiziell dieser neuen Bestimmung übergeben wurde.

Sieben pensionierte Missionsschwestern leben noch heute an der Rudolfstraße 131. Aber das Wirken der VEM hat sich so sehr verändert, dass bald kein Bedarf mehr für einen solchen Ruhesitz bestehen wird. 2008 schloss die VEM deshalb einen Kooperationsvertrag mit LeWo und bewilligte Mittel für den Umbau in ein barrierefreies Haus, der dem Architekten Martin Linke in Windeseile gelang.

18 abgeschlossene Wohnungen zwischen 41 und 103 Quadratmetern stehen für das Wohnprojekt zur Verfügung. Bereits im August 2008 bezog das erste Vereinsmitglied seine neue Wohnung, mittlerweile sind es 20, und nur eine 84 Quadratmeter große Wohnung ist noch zu vergeben. Deutlich sagt der Verein, dass dieses Haus nur das erste seiner Art sei, weitere Objekte ins Auge gefasst und auch genügend Interessenten vorhanden seien, man aber auf weitere beherzte Investoren hoffe.

64 Quadratmeter und sonnig, so sieht das neue Heim von Reinhilde Niemeyer aus. Als gestandene Kommunikationstrainerin weiß sie, dass eine Wohngemeinschaft auch dann auf die Probe gestellt sein kann, wenn jede Partei ihre abgeschlossene Wohnung hat. Das gemeinsame Motto habe sich jedoch bewährt: Niemals nachtragend sein.

Ein erstes Schwesternheim der VEM stand bereits 1922 an der Ecke Schönebecker und Rudolfstraße. Das neue Haus an der Rudolfstraße 131 - übrigens direkt an der Nordbahntrasse - wurde 1960 bezogen. Im Dezember 2005 gründete sich der Verein Lebendiges Wohnen an der Wupper. Um das Miteinander im Haus zu unterstützen, finden regelmäßige Zusammenkünfte und kommunikationsfördernde Gruppentreffen auf freiwilliger Basis statt.

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