Tag der offenen Moschee: Wenige Gäste kamen.

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Weithin sichtbar: Das Minarett der Moschee an der Gathe. Zum Tag der offenen Tür kamen jedoch nur wenige Nicht-Moslems in die Moschee.

Weithin sichtbar: Das Minarett der Moschee an der Gathe. Zum Tag der offenen Tür kamen jedoch nur wenige Nicht-Moslems in die Moschee.

Uwe Schinkel

Weithin sichtbar: Das Minarett der Moschee an der Gathe. Zum Tag der offenen Tür kamen jedoch nur wenige Nicht-Moslems in die Moschee.

Wuppertal. Eine Tombola ohne Nieten - so ein ungewöhnliches Pfingst-Angebot beim Tag der offenen Moschee will erst einmal verdaut und verstanden werden. Selim Mercan von der Türkisch-Islamischen Gemeinde Wuppertal weiß sehr verständlich zu erklären, warum jedes Los ein Gewinn ist: "Glücksspiele sind in unserer Religion verboten. Wären Nieten dabei, würden wir gegen unsere Überzeugungen verstoßen."

Sehr adrett verpackt, warten die Gewinne auf ihre künftigen Besitzer. Neben einem Flugticket in die Türkei und einem Einkaufsgutschein über 250 Euro zählt zu den drei Haupttreffern auch ein Preis, der sich selbst mit Gold nicht aufwiegen lässt: ein Liter Zemzem-Wasser. Es stammt aus dem Brunnen im Hof der großen Moschee in Mekka.

Seine Eltern seien vor vielen Jahren dorthin gepilgert und hätten noch heute einen Rest von dem bedeutsamen Wasser, sagt Mercan, der zu Ostern selbst die Pilgerreise antrat und gleich zwei gefüllte Kanister mitbrachte.

Die Pfingstzeit nutzen, um Einblick in solch andere Denkweisen zu erhalten, diese Chance bestand an der Gathe. Anders als bei der Veranstaltung im vergangenen Oktober war dieser Tag der offenen Moschee, organisiert von der Union DiTib, auf Wuppertal beschränkt.

Gut drei Dutzend Menschen waren mehrere Monate lang mit den Vorbereitungen beschäftigt. Flyer waren in der Nachbarschaft verteilt und persönliche Einladungen ausgesprochen worden. Nur leider ließen sich die Wuppertaler nicht recht dazu animieren, das Angebot anzunehmen.

So blieben die Muslime weitgehend unter sich. Es sei ein langer Prozess, Vorurteile und Ängste abzubauen, meinte Mercan. Andere Gemeindemitglieder sind freilich enttäuscht, dass einige deutsche Mitbürger einen Bogen um die offene Moschee machen.

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