Kai Sturmfels tritt für die CDU zur Landtagswahl an. Und serviert der WZ ein schickes Menü.

Kai Sturmfels tritt für die CDU zur Landtagswahl an. Und serviert der WZ ein schickes Menü.
Kai Sturmfels ließ WZ-Redakteurin Katharina Rüth in seine Töpfe gucken.

Kai Sturmfels ließ WZ-Redakteurin Katharina Rüth in seine Töpfe gucken.

Christian Beier

Kai Sturmfels ließ WZ-Redakteurin Katharina Rüth in seine Töpfe gucken.

Wuppertal/Solingen. Die Küche bei Familie Sturmfels ist auf große Kochaktionen eingestellt: Der Herd ist Bestandteil einer Kochinsel in der Mitte der Küche mit viel Arbeitsfläche. Es gibt diverse Spezialgeräte vom persischen Reiskochtopf über Thermomix bis zum Spargeltopf. „Ich koche gern“, erklärt Kai Sturmfels (46). Der Solinger, der in seiner Heimatstadt im Rat sitzt, kandidiert für die CDU im Wahlkreis Wuppertal III / Solingen II für den Landtag.

Als er von von Kochexperimenten – unter anderem vietnamesisch – erzählt, hopst Zoë (2) herein. Das lebhafte Mädchen ist das Gegenteil seines Vaters, der leise und bedächtig spricht. Zoë sortiert Spargelstangen, die ihr Vater schält, während er berichtet: „Ich war schon immer ein politischer Mensch.“ Ihm war wichtig, sich zu engagieren, statt zu kritisieren. Nach dem Besuch bei der Jungen Union blieb er bei der Partei. Stolz ist er bis heute auf die Einrichtung des Jugendstadtrats in Solingen: „Das war einer der ersten.“

Welches Süppchen

kochen Sie?

Nach vielen Jahren in der Stadtpolitik „war es mal an der Zeit, meine Erfahrungen in der Landespolitik einzubringen“, erklärt er seine Kandidatur – die mit einem Listenplatz 93 wenig Erfolgschancen hat. Dazu will er nichts sagen, nur: „Man weiß nie!“

Kai Sturmfels, geboren 1971, wuchs in Solingen auf, studierte in Köln und Cambridge Jura. Heute ist er Partner einer Rechtsanwaltskanzlei in Düsseldorf. Seit 1999 sitzt er für die CDU im Solinger Stadtrat, ist unter anderem Mitglied im Haupt- und im Finanzausschuss. Er sitzt im Aufsichtsrat der Stadtwerke Solingen, im Aufsichtsrat Altenzentren der Stadt Solingen und im Verwaltungsrat der Stadtsparkasse.

Heute ist Gesundheitspolitik sein Steckenpferd. Mit seiner Frau Jane (44), die Ärztin ist, hat er dazu eine Gesprächspartnerin aus der Praxis. Die Krankenhäuser im Land seien chronisch unterfinanziert, kritisiert er: „In NRW fehlen 500 Millionen Euro pro Jahr. Es muss mehr Geld ins System.“

Ebenso treibt ihn der Geldmangel der Kommunen um: „An einem Stärkungspakt III geht kein Weg vorbei.“ Eine grundlegende Neustrukturierung der Finanzierung zwischen Bund, Ländern und Kommunen sei nötig.

Er platziert den Lachs im Grill auf der Terrasse. Seine Frau hat derweil Kartoffeln aufgesetzt. Das Paar kann sich Zoës Betreuung gut aufteilen, weil Jane Sturmfels ihren Dienst um 6.30 Uhr antritt. Dann genießen Vater und Tochter die Zeit, bevor er sie zur Kita bringt und zur Arbeit fährt. Seine Frau holt Zoë mittags wieder ab. Kai Sturmfels findet wichtig, dass es verlässliche und gute Betreuung gibt. Weil er von Freunden mit älteren Kindern um die Probleme in Schulen weiß, plädiert er auch für mehr Lehrerstellen.

Mehr Personal brauche auch die Polizei. Verwaltungsassistenten könnten Polizisten die Schreibtischarbeit abnehmen. Zur Bekämpfung von Einbrüchen sollte die Schleierfahndung möglich sein, im Kampf gegen Terror müsse der Verfassungsausschuss besser ausgestattet werden. Er ist für Videoüberwachung – „sicher nicht flächendeckend“, aber an mehr Stellen als bisher.

Zoë hat sich in ihre Spielküche zurückgezogen. Ihr Vater muss noch loswerden, dass die Bergischen Städte enger zusammenarbeiten müssten, zum Beispiel bei der Wirtschaftsförderung. Er habe neulich eine Radtour über die Trassen im Bergischen, auch über die Nordbahntrasse, gemacht: „Da gibt es ganz tolle Perspektiven!“, schwärmt er.

Dann ist alles fertig. Der Lachs ist feinwürzig, der Spargel zart. Der schmeckt auch Zoë ganz besonders gut.

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