Zum Direktmandat im Wahlkreis II reichte es für den Unternehmer vom Arrenberg nicht.

jörg.jpg
Bei der Wahlparty im Lichthof des Rathauses gab sich Jörg Heynkes scheinbar gelassen. Er erzielte ein beachtliches Ergebnis.

Bei der Wahlparty im Lichthof des Rathauses gab sich Jörg Heynkes scheinbar gelassen. Er erzielte ein beachtliches Ergebnis.

Anna Schwartz

Bei der Wahlparty im Lichthof des Rathauses gab sich Jörg Heynkes scheinbar gelassen. Er erzielte ein beachtliches Ergebnis.

Wuppertal. Den vielleicht ungewöhnlichsten Wahlkampf hat Jörg Heynkes (54) in den vergangenen Monaten geliefert. Am Ende reichte es zu beachtlichen 15 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis II. Das Mandat allerdings gewann der SPD-Kandidat Andreas Bialas. Für den Abstand von 19 Prozent macht Heynkes verschiedene Umstände verantwortlich.

An seiner Präsenz dürfte es aber nicht gelegen haben. Mit den „Quartierspalavern“ erreichte der Unternehmer vom Arrenberg einige Hundert Bürger dort, wo sie wohnen, wo sie die Stärken und Schwächen Wuppertals tagtäglich am eigenen Leibe verspüren. Diesen teils auch anstrengenden Weg ist in Wuppertal kein anderer Kandidat gegangen. Standard waren Podiumsdiskussionen, Hausbesuche und Plakate, von denen die meisten an Aussagekraft zu wünschen übrig ließen. Für Heynkes war das alles aber nicht entscheidend.

„Entscheidend war das Ergebnis der Grünen“, sagt Heynkes. Der Geschäftsführer der Villa Media kandidierte als Unabhängiger auf der Liste der Grünen, denen er inhaltlich in vielen Punkten nahesteht. Die Rechnung war einfach. Als Heynkes sich vor gut einem halben Jahr mit der Partei auf eine Kooperation verständigte, lagen die Grünen noch bei einem deutlich zweistelligen Stimmenanteil in den Wahlumfragen. „Wir hatten ein großes Ziel. Wir wollten bei den Erststimmen 15 Prozent hinzugewinnen. Das hätte vermutlich gereicht“, erklärt Heynkes.

Doch dann kam der Absturz der Grünen. Sie rissen den ambitionierten Unternehmer mit sich. „Das war ein Boomerang. Hätte ich das vorher gewusst, dann hätte ich es wohl ganz allein versucht.“

Dennoch will Heynkes den Grünen keinen Vorwurf machen. Dafür waren die Erfahrungen zu gut, die er in den Wochen vor der Wahl machte. „Ich habe viel Zustimmung erfahren und gespürt, wie viele Menschen eine politische Alternative suchen, die nicht am rechten Rand steht. Aber ich habe auch gehört, dass mich Leute wegen der Zusammenarbeit mit den Grünen lieber nicht wählen wollten.“ Hinzu sei gekommen, dass viele eben doch die Marke wählen und ihr Kreuzchen zweimal bei ein und derselben Partei machen.

Heynkes wird sich von seiner Niederlage im Wahlkreis II nicht ins Bockshorn jagen lassen. Er will in der Politik weiter mitmischen, sowohl als Unternehmer in der IHK, falls er heute wieder in die Vollversammlung gewählt wird, als auch im Quartiersrat für den Arrenberg, den er jetzt mitgegründet hat.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer