Der Bau millionenschwerer Lärmschutzwände an der A 46 bleibt bei Anwohnern umstritten: Immer wieder melden sich Bürger, die sich sicher sind, dass es jetzt sogar lauter ist.

Anwohner der A 46 sehen den neuen Lärmschutz zwischen Elberfeld und Varresbeck kritisch: Jetzt ist es in ihren Wohnungen sogar noch lauter als zuvor, behaupten sie. Der Landesbetrieb weist die Kritik zurück. Das Bild zeigt den zum Teil transparenten Lärmschutz am Otto-Hausmann-Ring.
Anwohner der A 46 sehen den neuen Lärmschutz zwischen Elberfeld und Varresbeck kritisch: Jetzt ist es in ihren Wohnungen sogar noch lauter als zuvor, behaupten sie. Der Landesbetrieb weist die Kritik zurück. Das Bild zeigt den zum Teil transparenten Lärmschutz am Otto-Hausmann-Ring.

Anwohner der A 46 sehen den neuen Lärmschutz zwischen Elberfeld und Varresbeck kritisch: Jetzt ist es in ihren Wohnungen sogar noch lauter als zuvor, behaupten sie. Der Landesbetrieb weist die Kritik zurück. Das Bild zeigt den zum Teil transparenten Lärmschutz am Otto-Hausmann-Ring.

Uwe Schinkel

Anwohner der A 46 sehen den neuen Lärmschutz zwischen Elberfeld und Varresbeck kritisch: Jetzt ist es in ihren Wohnungen sogar noch lauter als zuvor, behaupten sie. Der Landesbetrieb weist die Kritik zurück. Das Bild zeigt den zum Teil transparenten Lärmschutz am Otto-Hausmann-Ring.

Wuppertal. Während die A 46 als Großbaustelle immer wieder einem Parkplatz gleicht, bleibt auch der Lärmschutz selbst umstritten. Die Anwohner an der Mirker Höhe zum Beispiel warten nach wie vor auf die zugesagten lärmmindernden Fahrbahnarbeiten, während am Julius-Lucas-Weg die Kritik am unzumutbaren Autobahnlärm anhält - und nach Jahrzehnten die Montage von Schutzwänden gefordert wird (die WZ berichtete).

Wolfgang Reising, der an der Katernberger Straße wohnt, sieht den neuen Lärmschutz in seiner Nachbarschaft ähnlich wie an der Mirker Höhe kritisch: "Gerade auch bei uns ist es jetzt erheblich lauter."

Rauschen ohne Unterbrechung -
und das selbst am frühen Morgen

Die Kritik gilt dem neu installierten Lärmschutz an der Autobahnbrücke Otto-Hausmann-Ring. "Wir hören hier jetzt ein ununterbrochenes Rauschen", berichtet Reising. Auch an Sonntagen habe man es schon früh morgens mit unzumutbarem Lärm zu tun - selbst durch die geschlossenen Spezialfenster: 2004 wurde die Wohnung mit passivem Lärmschutz versehen.

Reising geht davon aus, dass eine Ursache in den aufgesetzten Glas-Elementen auf der Brücke liegt, "insbesondere in der Fortführung zum alten Parkplatz Dorpweiher. Das bewirke "keinen Schallschutz und ist nur ein optischer Effekt. Erhöhte Schallschutzwände am Mittelstreifen der Brücke, die die Wände an den Seiten überragen, bedeuten ebenfalls, dass der Schall über die Außenwände getragen wird." Der Wind bringe den Schall von der Autobahn aus "in voller Lautstärke herüber, was durch die Hanglage meines Grundstückes noch verstärkt wird."

Auf WZ-Nachfrage weist der Landesbetrieb Straßen NRW - er plant und errichtet den Lärmschutz im Auftrag des Bundes - die Kritik von der Katernberger Straße zurück. Dass die Spitzenzeiten für Anwohner wie Wolfgang Reising "eine besondere Belastung darstellen", werde "nicht bestritten", erklärt Ulrich Bange, beim Landesbetrieb für die Lärmschutz-Planung in Wuppertal zuständig. Die Probleme habe es aber auch schon der Errichtung der neuen Schutzwände in diesem Bereich gegeben.

Landesbetrieb weist die Kritik zurück -
Glasbau gegen Schatten

Nach einer Erhebung aus dem Jahr 2007 sind nach Angaben der Stadt 15 Prozent des Stadtgebietes und 40 000 Menschen mit Verkehrslärm über 65 Dezibel belastet. Verursacher sind vor allem Autobahnen, Schnellstraßen - aber auch die Schwebebahn.

Eine Verlängerung der kritisierten Lärmschutzwand Richtung Düsseldorf zur Anschluss-Stelle Varresbeck führe "zu keiner weiteren Pegelreduzierung", heißt es beim Landesbetrieb. Das liege an der Kurven- und der Höhenlage im Verhältnis zur Bebauung an der Katernberger Straße (Archiv-Foto unten: Andreas Fischer).

Die erhöhte Lärmschutzwand im Mittelstreifen der A 46 sei "ein Ersatz der alten niedrigeren Wand", die den "akustischen Anforderungen" nicht mehr entsprochen habe, so der Landesbetrieb. Die neue Mittelwand sei "hochabsorbierend."

Die Planung und Dimensionierung neuer Lärmschutz-Anlagen berücksichtige die "durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke" als Mittelwert zu allen Tagen des Jahres. Laut Bange dienen die Glaswände auf der Brücke nicht nur der Gestaltung und der Statik, sondern sollen auch vermeiden, dass angrenzende Grundstücke auf der Südseite der A 46 im Schatten liegen. Zunächst sei der Einsatz noch größerer Glas-Mengen geplant gewesen. Man habe eine Kompromiss-Lösung errichtet - auf Grundlage einer Bürgerversammlung vor acht Jahren.

Aber auch Bange räumt ein, dass an der A 46 Schall-Emissionen - je nach Windrichtung - auch höher gelegene Wohnanlagen an der Katernberger Straße treffen. "Dass die Schall-Emissionen für einzelne Anwohner als belästigend empfunden werden, ist nicht von der Hand zu weisen. Lärmschutzmaßnahmen können immer nur ein Kompromiss für sämtliche im Einflussbereich der Autobahn liegende Bebauung sein."

Ein schwacher Trost für Anwohner wie Wolfgang Reising. Er hat Kontakt zu ähnlich Betroffenen aufgenommen. Und auch an der Mirker Höhe bringen sich die Anwohner immer wieder beim Landesbetrieb in Erinnerung.

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