CDU, SPD und FDP fordern Landesregierung auf, die Straße auszubauen. Scharfe Kritik an Wuppertaler Grünen.

Jeden Abend das gleiche Bild: Auf der L419 ist mächtig viel Verkehr.
Jeden Abend das gleiche Bild: Auf der L419 ist mächtig viel Verkehr.

Jeden Abend das gleiche Bild: Auf der L419 ist mächtig viel Verkehr.

Andreas Fischer

Jeden Abend das gleiche Bild: Auf der L419 ist mächtig viel Verkehr.

Ronsdorf. Die WZ-Berichterstattung, nach der der Ausbau der L419 mit Anschluss an die A1 aufgrund des Widerstands der Grünen in der Stadt und im Land vom Tisch ist, sorgt für heftige Diskussionen in der Stadt. Bernhard Simon, Fraktionsvorsitzender der CDU, erklärte: "Die Grünen im Landtag wollen sich aus der Verantwortung für den Ausbau der L419 stehlen. Das können wir nicht zulassen." Laut Simon ist der Anschluss der L419 an die A1 unverzichtbarer Bestandteil des vierspurigen Verkehrsrings in Wuppertal. "Die Belastung der Anwohner und Benutzer ohne Ausbau ist unzumutbar", sagte Simon und kündigte an, dass CDU und SPD während der nächsten Sitzung des Stadtrats ein "klares Zeichen" an die Landesregierung senden wollen.

WfW: Stadt hat sich über den Tisch ziehen lassen

Klaus Jürgen Reese, Frakionschef der SPD, erklärte, dass in Wuppertal eine große Mehrhheit für den Ausbau sei. Sollte dieser nun gestoppt werden, wäre dies ein "Schildbürgerstreich". Es könne nicht angehen, dass die Position der Wuppertaler zum Maßstab der Verkehrspolitik in Düsseldorf gemacht werde.

Schwere Vorwürfe gegen die Grünen und auch die Stadt Wuppertal äußert die FDP-Fraktion. Nach Ansicht der FDP ist es "skandalös", dass der Ausbau aufgrund des Widerstands der Grünen gekippt werden soll. Fraktionsvorsitzender Jörn Suika bemängelt, es drohe, dass die Landesregierung aufgrund der Meinungen Einzelner das Projekt gegen den Willen der Wuppertaler Mehrheit stoppen wolle.

Die WfW ist der Meinung, die Stadtspitze habe sich "über den Tisch ziehen lassen" Fraktionskvorsitzender Reimar Kroll unterstellt Oberbürgermeister Peter Jung, zwar die Zerstörung des Biotops Scharpenacken zugelassen zu haben, ohne den Ausbau der L419 im Gegenzug richtig festgezurrt zu haben. Das räche sich jetzt.

Einschätzung der Verwaltungsspitze naiv?

Nun zeige sich auch, so Suika weiter, dass die Einschätzung der Verwaltungsspitze während der jüngsten Ratssitzung naiv gewesen sei. "Verkehrsdezernent Frank Meyer (SPD) und Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) haben wohl die Ernsthaftigkeit unterschätzt, mit der die Grünen in NRW Straßenbauprojekte verhindern wollen", sagt Suika und fügt an: "In der Landesregierung wird vom grünen Verkehrs-staatssekretär Horst Becker keine Rücksicht auf die Belange vor Ort genommen." Die FDP will während der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses einen Dringlichkeitsantrag zu diesem Thema stellen.

Weiterer Widerstand gegen Anschluss an die A1

Nun bestätigt die Fraktion der Wuppertaler Grünen auch offiziell, dass sie gegen den Ausbau der L419 ist. Fraktionssprecher Peter Vorsteher erklärt, dass die Grünen nichts gegen eine Sanierung der Straße hätten, aber einen "autobahnähnlichen" Ausbau ablehnten.

Die neue Landesregierung müsse in finanzieller Hinsicht Schwerpunkte setzen, und da sei es sinnvoller, die Kommunen zu entschulden und die Betreuung Unter-Dreijähriger auszubauen, als Straßen "überdimensioniert auszubauen", zumal dies keine Verkehrsprobleme löse.

Bei der Bürgerinitiative "Grünes Erbschlö" spricht man sich indes mit Blick auf die aktuelle Diskussion um die L 419 gegen einen Anschluss an die A1 aus. "Ich bin für den Ausbau der Parkstraße an den Knotenpunkten Erbschlö und Staubenthaler Straße, aber energisch gegen einen Anschluss an die A1", erklärt Christoph Janthur von der Initiative. "Der Ausbau des Knotenpunktes Staubenthaler Straße ist erforderlich, um die durch den Wegfall der Linksabbiegerspur arg gebeutelte Innenstadt in Ronsdorf wieder zu entlasten - und damit der Rückstau, der sich an dieser Kreuzung ergibt, beseitigt oder reduziert wird."

Die Kreuzung Erbschlö müsse "geändert werden, da die vom Betreiber erwarteten 2900 Autos sicherlich nicht über eine Ampel, die nach deren Berechnung alle 90 Sekunden vier Autos passieren lässt, geregelt werden kann."

Hier drohten Rückstaus bis zur Einfahrt der Polizei. Janthur weiter: "Der Anschluss an die Autobahn würde zum absoluten Chaos führen." Schon heute stoße Verkehrsanalysen nach die A1 im Bereich Blombach mit 63700 Fahrzeugen an ihre Grenzen, was den Ausbau auf drei Spuren nach sich zog. "Nach Anschluss an die A1 würde nach den Analysen auf der Parkstraße im Bereich vor dem Überflieger 67300 Kfz fahren - also 3600 Autos mehr als heute auf der A1."

Kritik: Lückenschluss führt die Parkstraße an ihre Grenzen

Das ist aus Sicht der Bürgerinitiative nicht zu bewältigen. Und das zeige, "dass es keinen Sinn macht, diese Verbindung zu bauen." Ohne Anschluss an die A1 würde das Verkehrsaufkommen auf der Parkstraße "sogar leicht sinken, obwohl die Baugebiete Erbschlö und Kaserne eingerechnet sind.

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