Die Hastener Straße wurde auf 400 Meter Länge saniert und zumindest dort entschärft: Nach 28 Unfällen zählte die Polizei ein Jahr später dort "nur" noch 5 Unfälle.

Segen und Fluch an der Hastener Straße: Ein Teil wurde mit neuem Asphalt entschärft, oberhalb sieht es weiter schlimm aus.
Segen und Fluch an der Hastener Straße: Ein Teil wurde mit neuem Asphalt entschärft, oberhalb sieht es weiter schlimm aus.

Segen und Fluch an der Hastener Straße: Ein Teil wurde mit neuem Asphalt entschärft, oberhalb sieht es weiter schlimm aus.

Andreas Fischer

Segen und Fluch an der Hastener Straße: Ein Teil wurde mit neuem Asphalt entschärft, oberhalb sieht es weiter schlimm aus.

Wuppertal. Es ist ein offenes Geheimnis: Um viele Wuppertaler Straßen ist es seit Jahren schlecht bestellt: Schlaglöcher, Spurrillen, Flickwerk und abgenutzte Fahrbahndecken bestimmen überall dort das Bild, wo das Geld für eine vernünftige Sanierung fehlt. Wie berichtet, wird sich die Lage auf besonders maroden Straßen - wie zum Beispiel am Nützenberg - nach dem strengen Winter noch weiter verschärfen: Auf der Amalienstraße in Barmen gilt bereits Tempo 10 - nicht zuletzt wegen erheblicher Unfallgefahr. Ein Blick auf die Hastener Straße in Cronenberg zeigt, wie wichtig die Entschärfung solcher Brennpunkte ist.

Die Zahlen der in dieser Woche veröffentlichten Unfall-Statistik sprechen eine deutliche Sprache: Bevor im Abschnitt oberhalb der Einmündung zum Kleinenhammerweg auf etwa 400 Meter Länge die Fahrbahndecke erneuert wurde, gab es auf der Landesstraße insgesamt 28 Verkehrsunfälle mit sieben Leichtverletzten. Bei schlechter Witterung rutschten reihenweise Lkw und Pkw in den Graben. Der Schaden, der an der L 415 zwischen dem Hahnerberg und Hasten in dieser Zeit zusammenkam, beziffert die Polizei auf 363 000 Euro.

Schäden von 363.000 auf 100.500 Euro zurückgegangen

Dann wurde auf der Hastener Straße angesichts hoher Unfallzahlen die Fahrbahndecke erneuert - auch dort mangels Geld in einem überschaubaren Rahmen. Doch der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Im Jahr nach der Teilsanierung passierten "nur" noch fünf Unfälle mit zwei Leichtverletzten. Schaden: etwa 100 500 Euro.

Oberhalb des sanierten Teilstücks sieht die Hastener Straße allerdings immer noch schlimm aus. Und nach diesem Winter beginnt mit den ersten warmen Tagen bereits der nächste Wettlauf gegen die Zeit: Bevor die ersten Motorradfahrer wieder unterwegs sind, müssen die Winterschäden auf den fraglichen Strecken zumindest notdürftig repariert sein - sonst drohen neue Unfälle.

Wie berichtet, geht die Stadtverwaltung davon aus, das erste Halbjahr 2009 damit zu verbringen, Frostschäden zu beseitigen. Zudem werden an besonders betroffenen Straßen Schilder aufgestellt oder drastische Tempolimits eingerichtet - nicht zuletzt, um nach möglichen Unfällen juristisch auf der sicheren Seite zu sein: Als Eigentümerin unterliegt die Stadt oder der Landesbetrieb für Straßenbau bekanntlich der Verkehrssicherungspflicht.
Nach wie vor fehlt das Geld, alle maroden Straßen so schnell wie möglich auf Vordermann zu bringen.

42,5 Millionen Euro erhält Wuppertal vom Land NRW aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung. Diese Mittel sind aber zweckgebunden und dürfen nicht beliebig in den Kommunen ausgegeben werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Bildungsförderung, ein weiterer beim Ausbau der Infrastruktur. Mittel für den Straßenbau sind ausdrücklich nicht vorgesehen - es sei denn, es handelt sich um dringend notwendige Lärmschutzmaßnahmen.

Wie die Millionen in den Städten und Kreisen ankommen sollen und wozu sie genau verwendet werden, steht noch nicht abschließend fest. Zunächst muss der Bundesrat den Grundsatzbeschluss fassen. Bis Ende März sollen auf Landesebene alle offenen Fragen geklärt sein. Das Geld kann dann ausgeschüttet werden. Muss es auch: Der Zeitplan ist eng gestrickt, denn die Mittel müssen bis 2010 von der Stadt investiert werden.

In Wuppertal entscheidet der Rat am 30. März über die Projekte aus dem Konjunkturpaket. Nach Auskunft von Kämmerer Johannes Slawig sind nach derzeitigem Verfahrensstand keine Straßenbau-Investitionen in dem Katalog enthalten. Unstrittig ist unter anderem, dass vielmehr die Sporthalle Langerfeld vorzeitig gebaut werden kann. Unterstützung soll es aber beispielsweise auch für die Junior Uni geben.

Auch das Konjunkturprogramm verspricht keine Besserung: Wie berichtet, stehen dessen Mittel allenfalls für Straßenarbeiten zur Verfügung, die Verkehrslärm vermindern. Wie es gestern seitens der Stadt hieß, sollen in Wuppertal keine Straßenarbeiten aus diesem Topf bezahlen werden. So deutet alles darauf hin, dass die Rechnung für marode Straßen auch in Zukunft auch in Form hoher Unfallschäden bezahlt wird - wie an der Hastener Straße.

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