Mit verfremdeten Hitler-Briefmarken gegen Nationalismus.

Viele Passanten bleiben vor den Hitler-Briefmarken stehen.
Viele Passanten bleiben vor den Hitler-Briefmarken stehen.

Viele Passanten bleiben vor den Hitler-Briefmarken stehen.

A. Fischer

Viele Passanten bleiben vor den Hitler-Briefmarken stehen.

Wuppertal. „Wider das Vergessen“ – so hat Künstler Günter Scholten sein Werk genannt. In Zeiten, in denen der Nationalismus erstarke, „sah ich mich genötigt, mich zu äußern – mit den Mitteln, die ich zur Verfügung habe“, erklärt der Bochumer. Sein Beitrag, der seit Donnerstag im Schaufenster des „Berliner Zimmers“ an der Friedrich-Ebert-Straße 85 zu sehen ist, sorgt für Aufsehen. Er zeigt – grafisch verfremdet – Briefmarken mit dem Bildnis Adolf Hitlers und dem Aufdruck „Deutschlands Verderber“.

Die Vorlage ist historisch: Die Originalmarken wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in Meißen verwendet. Doch nicht alle Passanten verstehen die Botschaft. Viele blieben stehen, Kommentare wie „Das kann man doch nicht machen“ habe sie schon bekommen, sagt Kerstin Roth-Lehnen, die das Berliner Zimmer als Ausstellungsort betreibt. Dass es Diskussionen gibt, kann sie nicht ganz nachvollziehen. Die Botschaft, die vermittelt werden soll, werde durch den Aufdruck „Deutschlands Verderber“ deutlich. Das sieht auch Scholten so. Er habe diese Metapher genutzt, „weil es genau meine Meinung ist.“ est

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