Warum die Wuppertaler Opern-Sopranistin Anna Boos gern mit der Polka-Band auf der Bühne steht.

Opernsängerin Annika Boos sieht die Band Almrausch als zweites Standbein. Demnächst spielt sie in der Region.
Opernsängerin Annika Boos sieht die Band Almrausch als zweites Standbein. Demnächst spielt sie in der Region.

Opernsängerin Annika Boos sieht die Band Almrausch als zweites Standbein. Demnächst spielt sie in der Region.

Stephan Eppinger

Opernsängerin Annika Boos sieht die Band Almrausch als zweites Standbein. Demnächst spielt sie in der Region.

Wuppertal. Seit 2012 gehört die Sopranistin Annika Boos zum Wuppertaler Opernensemble. Neben der Arbeit auf der großen Opernbühne hat sich die Künstlerin mit Kollegen zur Band Almrausch zusammengetan. Dort wird moderne Popmusik mit Polka im Stil der Oberkrainer fusioniert.

Frau Boos, wie ist die Idee zu Almrausch entstanden?

Annika Boos: Die Idee ist an der Kölner Musikhochschule entstanden, an der wir alle studiert haben. Wir wollten Musik im Stil der österreichischen Band Global Kryner machen, und dafür fand sich schnell die passende Formation. Die meisten haben in der Band haben eine Beziehung zum Alpenraum, wo die Oberkrainer Musik entstanden ist. Ich bin beispielsweise, seit dem ich zwei bin, jedes Jahr mit der Familie in Südtirol zum Urlaub gewesen.

Was macht für eine Sopranistin wie Sie den Reiz von Pop und Polka aus?

Boos: Die Musik ist sehr stimmungsvoll, aber auch absolut authentisch, weil sie noch wirklich handgemacht ist. Für mich als Opernsängerin ist das eine tolle Abwechslung, bei der ich viel Spaß habe.

Wie entstehen die Stücke?

Boos: Wir suchen uns Lieder, die wir gerne mögen und die sich in die Oberkrainer-Sprache übertragen lassen. Bei mir war das beispielsweise „Pokerface“ von Lady Gaga, was sich allerdings nicht ganz einfach in eine Polka übertragen ließ.

„Auch wenn es einem manchmal schwer gemacht wird: Mein Herz schlägt für Wuppertal.“

Wie reagieren die Opernfans auf so ein Projekt?

Boos: Die erste Reaktion ist häufig Verwunderung, aber dann ist sie meist positiv. Die eigene Vielseitigkeit wird anerkannt. Außerdem habe ich festgestellt, dass beide Musikgenres meist sogar ein ähnliches Publikum haben. Bei beiden Bereichen geht es um handgemachte und qualitativ hochwertige Musik.

Welche Reaktionen gab es bei den Wuppertaler Kollegen?

Boos: Ebenfalls nur sehr positive. Bei unserer CD-Release-Party in Köln waren unser Geschäftsführer (Enno Schaarwächter, Anm. d. Red.) und viele Kollegen vor Ort. Und die sehe ich auch häufiger auf unseren Konzerten.

Welche Rolle nimmt Almrausch in Ihrer Berufskarriere als Musikerin ein?

Boos: Der Schwerpunkt verlagert sich stetig. Jetzt aktuell liegt der Fokus noch sehr stark auf der Oper. In der nächsten Spielzeit arbeite ich als freischaffende Künstlerin, da wird der Fokus wieder verstärkt auf der Band liegen. Almrausch ist auf jeden Fall ein zweites, wichtiges Standbein für mich.

Wie sehen Sie die Entwicklung an der Wuppertaler Oper?

Boos: Sehr kritisch, es ist schade wie alles gelaufen ist. Jetzt bin ich gespannt, wie sich das neue künstlerische Konzept etablieren wird. Denn auch wenn ich nicht mehr dem Ensemble angehören kann, bin ich doch privat weiter ein Opernfan und will als gebürtige Wuppertalerin wissen, wie es nun weiter geht. Ich hoffe auch, dass die Wuppertaler sich auf das zurückbesinnen, was nun den Bühnen fehlen wird und so ein Bewusstsein für die Oper in ihrer Stadt entwickeln. Denn die ist aus meiner Sicht ein Geschenk für die Stadt und darf sich nicht langsam komplett zurückziehen.

Was bedeutet Ihre Geburtsstadt für Sie?

Boos: Wuppertal bedeutet für mich sehr viel. Als ich nach dem Studium dorthin zurückgekehrt bin, habe ich die Stadt mit anderen Augen gesehen und gemerkt, wie verwurzelt ich hier bin. Auch wenn es einem manchmal schwer gemacht wird: Mein Herz schlägt für Wuppertal.

Werden Sie mit Almrausch auf Tour gehen?

Boos: Ja, eine Tour ist geplant. Wir werden Konzert in Köln und Remscheid geben und auch in Südtirol unterwegs sein. Die konkrete Planung hängt auch davon ab, wie sich die CD entwickelt und wie sie angenommen wird.

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