Martina Thöne
Ein Kommentar von Martina Thöne

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Ein Kommentar von Martina Thöne

Am Beispiel von Sybille Fabian zeigt sich, dass das aktuelle Schauspiel-Prinzip der Wuppertaler Bühnen Vor- wie Nachteile hat. Als Christian von Treskow Intendant wurde, sprach er einem festen Kreis von Regisseuren spezielle Themen zu – vom Generationenkonflikt bis zur Ökologie. Das hat seinen Reiz, weil das Publikum über mehrere Jahre hinweg verschiedene Handschriften kennenlernen kann.

So fällt aber andererseits auch auf: Fabians Arbeiten ähneln sich stark – was Kulisse, Kostüme und Figurenzeichnung angeht. Das kann man ihr nicht per se vorwerfen – sofern man allein den Ansatz hat, das jüngste Stück zu bewerten. Dennoch muss man die Entwicklung im Ganzen sehen. Wenn sich schon eine Ikone wie Pina Bausch den Vorwurf gefallen lassen musste, dass sie sich in ihren letzten Choreografien immer wieder selbst zitiert habe, dann muss man auch bei Sybille Fabian feststellen, dass sich Abnutzungsrescheinungen zeigen. Je mehr Produktionen man sieht, je intensiver man sich auf die expressive Spielart einlässt, desto weniger aufrüttelnde Überraschungsmomente gibt es. Ein dynamisches Theater lebt allerdings gerade davon, dass sich Regisseure immer wieder neu erfinden. Was nicht zuletzt Christian von Treskow mit seinen eigenen Inszenierungen beweist.